Schuldenkrise

Wie sicher sind Euro-Rentenfonds? : Einbruch bei Griechenland-Anleihen, Fonds kaum betroffen

11.05.2010
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Schuldenkrise - Kampf gegen die Hydra

Griechische Staatsanleihen haben in diesem Jahr zwischenzeitlich bis zu 25 Prozent an Wert verloren. Bei den meisten Euro-Rentenfonds macht sich das bislang aber kaum bemerkbar, ­weder bei den Indexfonds noch bei den aktiv gemanagten Fonds.

Wir haben untersucht, wie groß der Anteil der Wackelkandidaten Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien ist – abgekürzt PIIGS. Der Rentenindexfonds iShares iBoxx € Liquid Sovereigns Capped 1.5–10.5 hat knapp die Hälfte seines Geldes in diese Länder investiert. Er hat von den untersuchten Fonds die schlechteste Wertentwicklung – aber dennoch seit Ausbruch der Griechenland-Krise im Oktober 2009 zwischenzeitlich nur 0,9 Prozent Verlust gemacht.

Anleger, die auf Nummer sicher gehen wollen, sollten einen Rentenfonds kaufen, der keine Anleihen von Wackel­kandidaten hält, etwa den Indexfonds auf deutsche Staatsanleihen iShares eb.rexx Government Germany.

Der derzeit beste unter den aktiv gemanagten Rentenfonds Euro, der Fonds BNY Mellon Euroland, hat nach Aussage des Fondsmanagers David LeDuc von Standish Mellon, Boston, schon seit Monaten weder Griechenland- noch Portugal-Anleihen. Nur Papiere aus Italien und Spanien sind drin. Der derzeitige Tabellenzweite, der Fonds BWI Rent D, konzentriert sich auf Unternehmensanleihen: 88 Prozent beträgt deren Anteil am Fonds. „Wir haben seit Jahresbeginn weder Staatsanleihen von Griechenland noch von Portugal, Spanien und Italien im Portfolio“, sagt Manager Andreas Helmrich.

Bei den aktiv gemanagten Fonds ist es für Anleger oft nicht einfach zu erfahren, ob der Fondsmanager in PIIGS-Anleihen investiert. Die Allianz stellt in ihren monatlichen Factsheets für die Allianz-Pimco-Fonds nur die größten Positionen dar, aber nicht die Aufteilung des Fondsvermögens nach Ländern. Griechenland sei aber schon seit Jahresbeginn draußen, erfahren wir auf Nachfrage. Was die anderen Länder angeht, werden wir jedoch auf überholte Halbjahres- und Jahresberichte verwiesen. Auch für die Fonds von cominvest bekommen wir keine Informationen über die aktuelle Länderaufteilung.

Die Deka verrät uns ebenfalls nicht, wie das Geld der Anleger zurzeit aufgeteilt ist. Es gibt nur ältere Informationen. Die DWS und Union Investment informieren ihre Kunden besser. Sie haben in ihren monatlichen Factsheets zwar nicht alle Anleihen, aber zumindest die Länderaufteilung dargestellt. Die Union hat uns gesagt, dass sie die Griechenlandanteile in ihren Fonds im April reduziert hat.

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