Schuldbuchkonto Meldung

Die Finanzagentur des Bundes verlangt von Langzeitkunden nachträglich eine beglaubigte Ausweiskopie. Das kostet und macht Aufwand. Schuld ist das Geldwäschegesetz. test.de informiert.

Post von der Finanzagentur

Privatkunden, die vor 2008 ein Schuldbuchkonto bei der Finanzagentur des Bundes eröffneten, haben Post bekommen. Der umständlich formulierte Brief enthält die Information, dass von jedem Kontoinhaber nun auch die Staatsbürgerschaft und der Geburtsort gespeichert werden müssen. Für langjährige Kunden sind diese Daten nicht erfasst. Die Speicherung der Daten verlangt das Geldwäschegesetz, dem das Staatsunternehmen seit April 2011 unterliegt.

Ausweiskopie allein reicht nicht

Es reicht nicht, eine Kopie des Personalausweises zu schicken. Die Finanzagentur verlangt, dass eine amtliche Stelle die Kopie als echt beglaubigt. So schreibt es das Bundesfinanzministerium der Behörde vor. Liefert der Kunde die beglaubigte Kopie nicht ab, droht ihm sogar eine Sperre seines Kontos.

Neukunden nicht betroffen

Die Kunden müssen die Beglaubigung selbst bezahlen. Sie kostet beim Bürgeramt bis zu 5 Euro, bei einem Notar meist 10 Euro. Alternativ könnte der elektronische Personalausweis oder die qualifizierte Signatur die Beglaubigung ersetzen. Die Finanzagentur bietet diese Möglichkeiten aber nicht an. Neukunden haben das Problem nicht. Sie können für die Kontoeröffnung das kostenlose Postident-Verfahren nutzen.

Tipps

  • Bestehendes Konto. Wenn Sie Ihr Konto behalten wollen, beißen Sie in den sauren Apfel und lassen Sie bei einer Behörde (Gemeinde- und Stadtverwaltung, Landkreis, Ortsbürgermeister), Pfarramt öffentlich-rechtlich organisierter Kirchen oder einem Notar die Ausweiskopie beglaubigen. Den Gebühren entgehen Sie nur, wenn Sie das Schuldbuchkonto kündigen – damit machen Sie aber möglicherweise einen Zinsverlust.
  • Neues Konto eröffnen. Wie Sie ein neues Schuldbuchkonto eröffnen, steht – wie viele andere Anleitungen auch – im gerade erschienenen Buch: Gewusst wie der Stiftung Warentest.

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