Schulbücher

Interview: Fehler „vererben“ sich

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Über Probleme des Geschichtsbuchs.

Inhalt

Was macht heute ein gutes Geschichtsbuch aus?

Sie müssen ganz vielen Ansprüchen standhalten. Es reicht nicht, nur fachlich richtig zu sein. So müssen sie unter anderem problemorientiert und multiperspektivisch sein – also aus dem Blickwinkel mehrerer Beteiligter einer Epoche erzählen. Den neuen Rahmenlehrplänen gemäß, die auch auf den Ergebnissen der Pisastudie beruhen, müssen sie bestimmte Kompetenzen wie die Urteilskompetenz stärken. Diese sollen die Schüler vom Unterricht auf an- dere Lebenssituationen übertragen können.

Apropos fachliche Richtigkeit. Wie erklären Sie Fehler in den Büchern?

Hier kann ich nur mutmaßen: Es gibt ja viele Beteiligte im Verlag und darüber hinaus – Herausgeber, Redakteure, Autoren – , die ein Buch überarbeiten oder neu erstellen. Alle Beteiligten nehmen Einfluss auf Autorentexte, auf Bildunterschriften. Oft wird auch in letzter Minute etwas verändert, zusätzlicher Zeitdruck entsteht. So schleichen sich Fehler ein, auch nach mehreren Überprüfungen. Zudem greifen Verlage aus Kostengründen oft auf Materialien aus alten Ausgaben zurück, auf diese Weise vererben sich Fehler. Letztlich haften Herausgeber und Verlag. Lehrer sollten Fehler dem Verlag melden.

Welche Schwächen sehen Sie noch?

Die zusammenfassenden Texte sind oft zu komplex, teils unverständlich. Die Schüler schalten dann beim Lesen ab. Fotos, Schaubilder kommen häufig isoliert daher. Aufgabenstellungen sind teils einfallslos. Die neuen Medien haben die Rezeptionsgewohnheiten der Schüler verändert, sie reagieren stark auf Animiertes. Die Bücher versuchen mitzuhalten, was wieder schnell auf Kosten der Übersichtlichkeit geht.

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