Schulbeginn Test

Schlechte Nachrichten zum Schulanfang: Viele Unterrichtsutensilien sind mit Schadstoffen belastet. Im Test fand die Stiftung Warentest verbotene Weichmacher in Buntstiften, Benzol in Fasermalern, Schwermetalle in Deckfarbkästen. Viele hätten nicht verkauft werden dürfen.

Bunt und belastet

Fast jeder zweite Buntstift enthält in der Lackschicht die Phthalat-Weichmacher DEHP, BBP und DBP. Sie beeinträchtigen die Fortpflanzungsfähigkeit. Die EU hat die Chemikalien daher für Spielzeuge verboten. Trotzdem überschritt der Lack von neun Buntstiften die Grenzwerte. Darunter auch teure Markenstifte von Stabilo. Sie hätten nicht in den Handel gelangen dürfen. Wenn Kinder an lackierten Stiften kauen, besteht zwar keine unmittelbare Gefahr. Doch wenn sie die Schadstoffe längere Zeit aufnehmen, schadet das ihrer Gesundheit.

Weich, aber riskant

Reichlich DEHP enthält auch der Pelikid-Radierer von Hertie. Der Radierer besteht zu 23 Prozent aus dem fortpflanzungsgefährdenden Weichmacher. Damit überschreitet Pelikid den Grenzwert für Spielzeug um das 200-Fache. Zwar gelten Radiergummis nicht als Spielzeuge. Kinder knabbern trotzdem gern auf ihnen herum - besonders wenn sie schön weich sind. Einige Hersteller setzen PVC-Radierern immer noch große Mengen Phthalat-Weichmacher zu, um aus sprödem Kunststoff weiches Gummi zu machen.

Nicht in Kinderhände

Auch das krebserzeugende Lösemittel Benzol hat nichts in Kinderhänden verloren. Die Smily Fasermaler von Woolworth enthalten trotzdem bis zu 15 Milligramm Benzol je Kilogramm. Damit überschreiten sie deutlich den Grenzwert von 5 Milligramm je Kilogramm. Sie hätten nicht in den Handel gelangen dürfen. Gleiches gilt für den Deckfarbkasten von pbs factory. Er enthält blei- und chromhaltige Farbe. Über den Mund aufgenommen kann sie Vergiftungen hervorrufen.

Kein Verlass auf CE-Zeichen

Von 105 getesteten Produkten waren 17 stark mit Schadstoffen belastet. Vor allem Billiganbieter überschritten die Grenzwerte. Aber auch Markennamen wie Faber-Castell und Stabilo finden sich auf der Negativliste. Für Eltern ist es schwer, zwischen belasteten und unbelasteten Produkten zu unterscheiden. Das CE-Zeichen auf den Verpackungen hilft jedenfalls nicht weiter. Mit ihm bestätigen die Hersteller zwar, dass ihr Produkt den EU-Richtlinien entspricht. Diese Selbstauskunft wird jedoch von keiner unabhängigen Stelle kontrolliert.

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