Schufa und Facebook Meldung

Das Forschungsprojekt der Schufa zum Sammeln und Ver­werten persönlicher Daten aus dem Internet ist gestoppt. Das Hasso-Plattner-Institut der Universität Potsdam sollte ursprünglich für die Schufa prüfen, wie persönliche Informationen aus sozialen Netzwerken wie Facebook zum Bewerten der Zahlungsfähigkeit genutzt werden könnten. Das Projekt geriet schnell in die Kritik. Nun wird es beerdigt.

Schufa-Projekt ist gestoppt

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) hatte das renommierten Hasso-Plattner-Institut (HIP) an der Potsdamer Universität damit beauftragt, statistische Zusammenhänge zwischen einzelnen Persönlichkeitsmerkmalen und der Zahlungsfähigkeit von Verbrauchern zu finden. Nach Recherchen des Senders NDR Info sollte das HIP herausfinden, wie öffentlich zugängliche Daten aus dem Internet – etwa aus sozialen Netzwerken wie Facebook, Geodatendiensten wie Google Street View oder Mitarbeiterverzeichnissen von Unternehmen – mit Daten aus der Schufa-Datenbank verknüpft werden könnten. Jetzt hat das Hasso-Plattner-Institut den Forschungsvertrag gekündigt. „Angesichts mancher Missverständnisse in der Öffentlichkeit“ könne „ein solches wissenschaftliches Projekt nicht unbelastet und mit der nötigen Ruhe durchgeführt werden“, sagte HPI-Direktor Christoph Meinel.

Schufa ist wichtig für die Kreditwirtschaft

Die Schufa ist mit gespeicherten Konto-, Zahlungs- und Kreditinformationen von mehr als 66 Mil­lion­en Menschen und mit 7 000 Firmenkunden die größte Auskunftei in Deutschland. Sie gibt ihren Firmenkunden an Hand von Punktesystemen Einschätzungen über die Zahlungsfähigkeit von Verbrauchern. Sparkassen und Banken ermitteln aus dem Schufa-Score zum Beispiel auch die Höhe der Zinssätze für Verbraucherkredite. Eine solide Basis für solche Einschätzungen sind die Schufa-Daten nicht in jedem Fall: Bei einem Test der Auskunfteien hat Finanztest sehr viele falsche Daten im Speicher der Schufa gefunden.

Schufa-Daten häufig falsch

Der Auskunfteien-Test ergab: Nur 11 von 89 Testpersonen bekamen von der Schufa eine vollständig korrekte Auskunft. Bei allen anderen Testern gab es in der Auskunft den einen oder anderen Mangel. Am häufigsten fehlten Daten: Girokonten, Kreditkarten, Handyverträge oder laufende Kredite. Manchmal waren auch noch Kreditkarten gespeichert, die der Kunde längst gekündigt hatte. Ob die Lücken durch schlechtes Meldeverhalten der Schufa-Vertragspartner entstanden oder ob die Banken der Tester keine Vertragspartner der Schufa sind und keine Daten liefern, konnte der Test nicht prüfen. Auch auf Nachfrage hat die Schufa Finanztest keine Auskunft über ihre Vertragspartner gegeben.

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