Schufa-Eigenauskunft Meldung

Immer mehr Verbraucher können ihre von der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) gespeicherten Daten im Netz kontrollieren. Ab heute ist es auch den Einwohnern von Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, des Saarlandes und von Sachsen-Anhalt möglich, sich unter www.meineschufa.de für 7,60 Euro im Quartal über die Veränderungen ihrer Schufa-Hinweise zu informieren. Die Mehrheit der 62 Millionen Kunden, die bei der Schufa gespeichert sind, haben nunmehr einen Zugang zur Internetauskunft. Außen vor bleiben derzeit noch Berliner, Bayern, Badener und Württemberger. Diese sollen aber nach Angaben der Schufa noch dieses Jahr an die Datenbank angeschlossen werden.

Eigenauskunft online das ganze Jahr kostet 15,20 Euro

Bisher konnten sich Verbraucher ihre vermerkten Daten per Post oder online bei der Schufa anfordern. Sie erhalten eine Aufstellung, die bereits veraltet sein kann, etwa wenn eines der 4 500 Vertragsunternehmen eine aktuelle Meldung lieferte. Nunmehr können viele Kunden zeitgleich die Entwicklung ihrer „Kreditbiographie“ verfolgen. Die Eigenauskunft-online für das ganze Jahr kostet 15,20 Euro. In dieser Auskunft sind alle Daten des Kunden aufgelistet sowie die Unternehmen, die im vergangenen Jahr darauf zugegriffen haben. Mit den Schufa-Daten überprüfen Firmen die Zahlungsfähigkeit vor allem von Neukunden. Datenschützer kritisieren, dass die Schufa ihrer Informationspflicht nur kostenpflichtig nachkommt.

Viele Dienstleister liefern Daten

Jeder Verbraucher, der einen Kredit beantragt, muss die Schufa-Erklärung unterschreiben. Damit stimmt er zu, dass die Bank die Daten zu seinem Kredit samt Geburtsdatum und Wohnanschrift an die Schufa weitergibt. Auch andere Schufa-Vertragspartner wie Internetanbieter, Versandhäuser, Telekommunikationsanbieter und sogar Wohnungsunternehmen liefern Informationen über Konten und Verträge ihrer Kunden. Im Gegenzug können sie Informationen über den Kunden abrufen. Neben den persönlichen Angaben werden vor allem bankrelevante Daten festgehalten: Dazu zählen, wie viele Girokonten und Kreditkarten der Verbraucher besitzt, ob er schon einen Kredit aufgenommen oder eine Bürgschaft abgegeben hat. Außerdem sind nicht planmäßig zurückgezahlte Kredite oder eine eventuell angemeldete Privatinsolvenz gespeichert. Keine Informationen hält die Schufa über Einkommen, Vermögen und Kaufverhalten des Verbrauchers vor.

Schufa-Score wird erst später im Netz zugänglich

Zusätzlich bewertet die Schufa den Kunden, indem sie Scorewerte für sieben Branchen berechnet. Dabei prognostiziert die Auskunftei in einem mathematisch-statistischen Verfahren aus den Daten, die das bisherige Verhalten einer Gruppe mit ähnlichen Merkmalen beschreiben, ob sich ein Verbraucher risikoreich oder vertragswidrig verhält. Der Scorewert bildet das Risiko des einzelnen ab. Nachdem jeder auf seine Eigenauskunft online zugreifen kann, soll auch der Score über das Netz einsehbar sein, sagte ein Schufa-Sprecher gegenüber test.de.

Kein Punktabzug für reine Konditionenabfrage

Bisher ist es übrigens so, dass der Verbraucher bei jeder Bankanfrage nach Kreditkonditionen Punktabzug beim Schufa-Score kriegt. Bis Ende des Jahres will die Schufa diese Praxis abstellen. Dann soll es nur noch Abzüge geben, wenn der Kunde mehrere Kreditanträge stellt.

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