Schufa Meldung

Die Schutz­gemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) muss Verbrauchern keine umfassende Information über die Berechnung des Score­wertes geben. Das hat der Bundes­gerichts­hof am 28. Januar 2014 entschieden. Der Score ist ein Zahlen­wert, der die Wahr­scheinlich­keit eines Kredit­ausfalls beschreiben soll.

Schufa mit den meisten Finanz­daten

Die Schufa speichert die Finanz­daten von rund 66 Millionen Deutschen: positive Merkmale wie Informationen über Kredite, Giro­konten, Handy­verträge und Zahlungs­verpflichtungen im Handel aber auch negative Informationen wie Mahn­verfahren, Privat­insolvenzen oder Haftbefehle. Aus den positiven Merkmalen berechnet sie tages­aktuell Score­werte für acht verschiedenen Branchen, unter anderem für Banken, Tele­kommunikation und Versand­handel.

Auskunfts­praxis der Schufa genügt dem Gesetz

Offen blieb bei der Schufa aber bisher immer, welche Merkmale über­haupt über eine Person erfasst werden können, wie lange sie im Einzelnen gespeichert bleiben, ob sich diese positiv oder negativ auf die Einschät­zung der Kreditwürdig­keit auswirken und wie stark sie jeweils die Bonität beein­flussen. Nach dem BGH-Urteil bleiben diese Berechnungen nun Geschäfts­geheimnis der Schufa (Az. VI ZR 156/13). Die Auskünfte, die die Schufa Bürgern derzeit auf Anfrage mitteilt, genügen den gesetzlichen Anforderungen, urteilte der BGH. Zusätzliche Angaben zu Vergleichs­gruppen und zur Gewichtung einzelner Daten seien dazu nicht notwendig.

Auto­kauf scheiterte an der Schufa

Geklagt hatte eine Angestellte aus Hessen. Sie wollte einen BMW Mini Coo­per für rund 25 000 Euro kaufen. Der dafür beantragte Kredit scheiterte im ersten Anlauf – wegen einer falschen Auskunft der Schufa. Sie hatte die Frau mit einer anderen Person verwechselt. Im zweiten Anlauf klappte es zwar mit dem Kredit. Allerdings wunderte sich die Frau über ihre schlechten Bonität. Sie fragte bei der Schufa nach und erhielt eine Stan­dard­auskunft. Diese Stan­dard­auskunft genügte nach Ansicht der Klägerin jedoch nicht den gesetzlichen Anforderungen. Deshalb wollte sie erfahren, welche konkreten Daten die Schufa ihrer Bewertung zugrunde legt – blieb aber auch vor Gericht ohne Erfolg.

Was Bürger erfahren dürfen

Auskunft über alle gespeicherten Daten und die Score­werte bekommen Privatpersonen auf Anforderung. Sie haben einmal im Jahr ein Recht auf eine kostenlose Auskunft nach § 34 Bundes­daten­schutz­gesetz. Wie das geht, steht im Gewusst wie: Schufadaten überprüfen.

Gebührenfalle bei der Schufa-Auskunft

Aber aufgepasst: Wer bei der Schufa eine Eigen­auskunft anfordert, sollte auf eine Gebührenfalle achten: Nur die sogenannte „Daten­über­sicht nach § 34 Bundes­daten­schutz­gesetz“ ist gratis, nicht aber die „Bonitäts­auskunft“. Die aber erscheint prominent im Blick­feld, wenn Verbraucher im Internet auf die Seiten www.meineschufa.de gehen. Falsche Daten muss die Schufa berichtigen. Dafür sollten Betroffene ihrer formlosen schriftlichen Beschwerde am besten Unterlagen beilegen, die den Fehler beweisen. Bis zur Klärung muss die Schufa dann die strittigen Daten sperren. Die Erfahrungen der Finanztest-Experten zeigen: Das klappt leider nicht immer im ersten Anlauf.

Tipp: Beantragen Sie einmal im Jahr eine Eigen­auskunft bei der Schufa und kontrollieren Sie, ob alle Daten richtig sind. Das kann wichtig werden, wenn Sie einen Kredit beantragen. Was dabei aufgrund falscher Schufa-Einträge alles schief gehen kann, zeigt der große Kreditberatungstest.

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