Schufa Meldung

Erstmals hat sich ein Bürger erfolgreich vor Gericht gegen das Scoring-Verfahren der Schufa gewehrt.

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung in Hamburg ordnet allen registrierten Personen einen Score-Wert zwischen 1 und 1.000 zu. Diesen Wert teilt sie neben anderen Informationen Banken oder Leasingfirmen mit, damit sie die Kreditwürdigkeit des Kunden leichter einschätzen können. Gegenüber einem Kaufmann hat sich die Schufa vor dem Hamburger Amtsgericht verpflichtet, dessen Score nicht weiterzugeben (Az. 9 C 168/01). Über die Rechtmäßigkeit des Scorings musste das Gericht aber nicht urteilen, da die Schufa auf die Weitergabe freiwillig verzichtete. So bleibt das Verfahren weiter umstritten, etwa weil ein fester Job oder die Einkommenshöhe für den Score keine Rolle spielen, häufige Selbstauskünfte den Wert aber verschlechtern.

Datenschützer werten das Verhalten der Schufa im Prozess als Rückzieher. "Nur so blieb ihr die gerichtliche Feststellung erspart, dass das ominöse Scoring rechtswidrig ist", meint Thilo Weichert vom Datenschutzzentrum Schleswig-Holstein. Er empfiehlt allen Bürgern, jetzt von der Schufa unter Verweis auf die Entscheidung zu verlangen, dass Auskünfte über sie nur noch ohne Score gegeben werden.

Schufa-Vorstand Rainer Neumann erklärte gegenüber Finanztest: "Auf solche Bitten werden wir eingehen und dies schriftlich bestätigen." Allerdings erhöhe das nicht unbedingt die Kreditwürdigkeit. "Der Handel orientiert sich beim Versenden von Waren allein auf Rechnung auch an eigenen Prüfungen und bei der Kreditvergabe durch Banken spielt der Score-Wert kaum eine Rolle."

In jedem Fall werde es eine Verschlechterung des Score-Wertes durch Selbstanfragen in Zukunft nicht mehr geben. "Bis Mitte 2002 ist das abgeschafft."

Tipp: Durch eine Selbstauskunft können Sie Ihre Daten überprüfen.

Infos und einen Beschwerde-Musterbrief:
Verbraucherzentrale Bremen
www.verbraucherzentrale-bremen.de
Tel. 04 21/16 07 77

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