Schülerschreibtische Test

Rechnen, schreiben, zeichnen, lesen: An einem guten Schreibtisch macht das Lernen mehr Spaß. Schüler, die angenehm sitzen, arbeiten konzentrierter und entspannt. Kindgerecht müssen die Möbel sein, verstellbar, praktisch und haltbar. Im Test: 14 Schülerschreibtische mit PC-Erweiterung. Nur vier sind gut. test.de zeigt die besten Schreibtische für Schüler und gibt Tipps zum Kauf.

Zappeln erlaubt

Stillsitzen war gestern, heute ist zappeln erlaubt. Schüler, die sich bei der Arbeit am Schreibtisch bewegen, arbeiten entspannter – sagen Ärzte und Psychologen. Sie empfehlen, die Sitzposition regelmäßig zu verändern: Kinder sollten mal aufrecht, mal zurückgelehnt und mal nach vorne gebeugt sitzen. Dynamisches Sitzen fördert auch die Konzentration. Moderne Schreibtische und Stühle unterstützen das. Sie ermöglichen verschiedene Sitzpositionen. Außerdem wachsen die Möbel mit dem Kind. Die Tischplatten lassen sich neigen und in der Höhe verstellen. Auch die Stühle sollten verstellbar sein und den Rücken in verschiedenen Positionen stützen. Starre Möbel dagegen sind ungesund. Das gilt vor allem für zu hohe Tische und Stühle. Kinder, die sich beim Lernen strecken müssen, verkrampfen schnell.

Guter Tisch ab 199 Euro

14 Schreibtische für Schüler hat die Stiftung Warentest getestet. Von der billigen Konstruktion aus Faserplatte bis zum teuren Tisch aus massivem Buchenholz. Alle getesteten Schreibtische sind in der Höhe verstellbar. Die Tischplatten lassen sich neigen, Schubladen oder Rollcontainer bieten Platz für Stifte und Papier, Auszüge oder Anbauten machen den Arbeitsplatz computertauglich. Der billigste gute Schreibtisch im Test kostet 199 Euro. Kettler Kid´s Comfort heißt das Modell. Eine solide Spanplattenkonstruktion mit einer robusten Oberfläche aus Kunstharzlaminat. Der Kid´s Comfort hat eine geteilte Tischplatte, ist aber nur bedingt computertauglich. Für einen Röhrenmonitor ist der feststehende Teil der Tischplatte nicht tief genug. Erweiterungen bietet der Hersteller nicht an. Nur einen Rollcontainer, der unter den Schreibtisch passt. Aufpreis: 117 Euro. Urteil insgesamt: gut, Note: 2,3.

Testsieger von Hülsta und Moll

Noch besser sind die Testsieger von Hülsta und Moll. Sicher, haltbar, schadstofffrei und praktisch gebaut: Diese Schreibtische sind rundum gut. Note: 1,7 bis 1,8. Der Moll Booster bietet sogar Geheimfach, Mousepad und Buchablage. Der Moll Ovato besticht durch seine schöne Holzoberfläche. Nachteil: Die Tischplatte aus geöltem Buchenholz ist empfindlicher als eine lackierte Platte. Superstabil ist der Hülsta Xpert C1. Haltbarkeit: sehr gut. 40 000mal zogen die Testmaschinen die Schubladen auf und schoben sie wieder zu. 10 000mal drückten sie von der Seite gegen den Tisch. 60 Kilo Gewicht beschwerten dabei die Platte. Ergebnis: Der Hülsta Schreibtisch bleibt perfekt in Form. Er verzieht sich nicht. Auch die beiden Schreibtische von Moll und das Modell von Kettler liegen hier gut im Rennen.

Moizi kippt, Stilvoll stürzt

Enttäuschend dagegen der Schreibtisch von Flexa. Sein Gestell ist schlecht verleimt. Es bricht im Dauertest. Auch die beiden Modelle von Paidi - Marco und Paulo - sind nicht stabil genug. Die Führungsschienen der Schubladen brechen im Test. Die Laden krachen herunter und sind anschließend unbrauchbar. Inzwischen hat der Anbieter die Konstruktion geändert. Stabil aber gefährlich sind die getesteten Schreibtische von Moizi und Stilvoll. Der Moizi 5 ist nicht gut ausbalanciert. In den oberen Positionen der Höhenverstellung ab der vierten Bohrung kippt der Tisch nach vorne um, wenn sich jemand auf die Platte setzt oder ordentlich drauf drückt. Sicherheit mangel­­haft - und damit Testurteil mangelhaft.

Anbieter reagieren

Auch der Stilvoll Crescendo C2 hat einen gefährlichen Konstruktionsfehler. Ein Teil der Tischplatte in der Mitte des Tisches kann schräg gestellt werden - hält aber nicht sicher. Auf der obersten Stufe, bei einer Neigung von 25 Grad, reicht eine geringe Erschütterung und die Platte saust herab. Wer jetzt die Finger im Weg hat, kann sich böse verletzen. Testurteil auch hier: mangelhaft. Der Anbieter hat inzwischen auf den Test reagiert und die Tischplatte mit einer Sicherung versehen. Kunden, die den Crescendo C2 noch ohne Sicherung gekauft haben, können diese kostenlos nachrüsten lassen. Auch der Schreibtisch von Moizi ist heute wohl sicherer. Der Anbieter hat das Tischgestell geändert, wie er sagt.

Edel und teuer

Die Nachbesserungen sind wichtig und lohnen sich. Ohne die Mängel sind beide Schreibtische eine gute Wahl. Der Moizi 5 ist kindgerecht, praktisch und computertauglich, der Crescendo C2 besonders schön. Er besticht durch sein klares Design. Das geölte, leicht gewachste Buchenholz wird Puristen und Naturfreunde begeistern. Nachteil: Die Oberfläche ist recht empfindlich, der Tisch deshalb eher für Jugendliche und Erwachsene geeignet – weniger für Kinder. Mit dem Computer harmoniert der Holztisch dagegen gut: Ein Kabelkanal nimmt die Kabel auf, ein Auszug versteckt die Tastatur und ein Extraboden bietet Platz für den Drucker. Fazit: Ein besonderer Schreibtisch für Liebhaber von edlem Design. Der Crescendo C2 hat allerdings seinen Preis: 1 070 Euro.

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