Schülerschreibtisch von Aldi Schnelltest

Erst kürzlich schnitt ein Schülerschreibtisch von Lidl im Schnelltest schlecht ab. Nun erwies sich auch der Schülerschreibtisch von Aldi, seit 19. Juli für 79,99 Euro im Angebot, als nur bedingt empfehlenswert. Schwierigkeiten gabs vor allem bei der Montage. Ist die erst mal geglückt, kann der Junior zwar nicht besonders komfortabel, aber immerhin sicher an dem Tisch sitzen und arbeiten.

Zappeln erlaubt

Die gute Nachricht zuerst: Schadstoffe wie Formaldehyd wurden – genau wie beim kürzlich getesteten Schülerschreibtisch von Lidl – praktisch nicht gefunden. Schreibtischplatte und Schubkasten sind aus beschichteter Spanplatte. Die Kunstharz-Oberfläche ist sehr widerstandsfähig und außerdem leicht zu reinigen. Damit ist der Tisch fürs Malen und Schreiben gut geeignet, für Computer allerdings nicht tief genug. Da hat höchstens ein Flachbildschirm Platz. Warum allerdings zwei von drei Mustern eine zweite, identische Arbeitsplatte beigelegt war, bleibt ein Rätsel. An der Standsicherheit des Möbelstücks gab es jedenfalls nichts zu rütteln: Zappeln ist erlaubt.

Verarbeitung mangelhaft

Bis dahin ist es allerdings ein weiter Weg. Schon die Verpackung stellte sich im Test als nur bedingt tauglich heraus: Nach dem Transport hatten die Gestellteile deutliche Kratzer. Die Montage des Tisches erschien zunächst einfach, scheiterte aber unter anderem an der schlechten Verarbeitung der einzelnen Teile. Manche Gewinde waren durch Rückstände vom Schweißen beschädigt, Verbindungselemente waren nicht fest genug.

Montageschritte fehlen

Auch die Aufbauanleitung ist keine große Hilfe. Aus der bildlichen Darstellung geht die richtige Ausrichtung der Teile nicht immer hervor. Schraubpositionen sind teilweise falsch abgebildet, die Montagereihenfolge stimmt nicht durchgängig. Beim Zusammenbau des Schubladenelements fehlen in der Instruktion sogar ganze Montageschritte. In der Anleitung aufgelistet sind Schraubendreher und Hammer. Letzterer wird zur Montage aber gar nicht benötigt. Ganz im Gegensatz zu einem Schraubenschlüssel: Der bleibt in der Anleitung allerdings unerwähnt.

Grobe Höhenverstellung, keine Neigung

Einfach, wenn auch nicht bequem zu handhaben, ist die Höhenverstellung. Mit nur fünf Stufen ist die Rasterung ziemlich grob. Neigen lässt sich die Tischplatte gar nicht. Weiterer Minuspunkt: Die Bedienungsanleitung erklärt nicht, wie der Tisch auf die Größe des Kindes abgestimmt werden sollte.

Störende Kanten

Um seine Sachen im Schubkasten zu verstauen, muss das Schulkind viel Kraft aufwenden. Beim Stiftauszug liegen geschmierte Teile offen, die zu Flecken an der Kleidung führen können. Noch dazu hat er störende Kanten. Auch am Querträger unter dem Schreibtisch können sich Schüler blaue Flecken holen: Die Leiste ist genau auf Schienbeinhöhe.

test-Kommentar: Solide, aber nicht komfortabel
Ausstattung & technische Merkmale: 
Im Überblick
Im Vergleich: 
14 Schülerschreibtische im Test

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