Schüler- und Studentenjob Während der Ferien steuerfrei jobben

Die großen Ferien sind für Schüler und Studenten die Zeit, wo sie sich Geld zur Erfüllung größerer Wünsche verdienen können. Doch dabei gilt es auch einiges zu beachten. Hier lesen Sie die wichtigsten Regeln zum Thema Steuern und Sozial­abgaben.

Jobben als Angestellter

Sie können bis zu 1 006 Euro Monats­lohn lohn­steuerfrei (Steuerklasse I) erhalten. Der Arbeit­geber braucht dafür ihre Steueridentifikations­nummer und das Geburts­datum. Bei einem Zweitjob werden zwar Steuern (Steuerklasse VI) fällig. Aber die gibt es nach der Steuererklärung wieder zurück. Steuerfrei bleibt in diesem Jahr das Einkommen unter 8 820 Euro – nach Abzug von zumindest pauschal 1 000 Euro Werbungs­kosten und 36 Euro Sonder­ausgaben.

Tipp: Ist der Saison­job von vorn­herein auf drei Monate oder 70 Arbeits­tage begrenzt, ist er sozial­versicherungs­frei, genau wie freiwil­lige Praktika.

Jobben im Minijob

Im Minijob dürfen sie im Monat 450 Euro einstreichen und zahlen normaler­weise weder Lohn­steuer noch Sozial­abgaben. Beides über­nimmt der Chef. Wichtig: Die Ferien­jobber müssen sich von der Renten­versicherungs­pflicht befreien lassen.

Achtung: Jobber, die nach einer Erst­ausbildung weiter lernen, müssen aufpassen, dass ihre Eltern das Kinder­geld nicht verlieren. Sie dürfen höchs­tens 20 Wochen­stunden arbeiten. Die Grenze dürfen sie bis zu zwei Monate im Jahr über­schreiten – wenn es nicht mehr als 20 Stunden im Jahres­durch­schnitt sind.

Minderjäh­rige mit Ferien­job

Sofern der Arbeit­geber den Ferien­job nicht als sozial­versicherungs­pflichtig einstuft, müssen Eltern einen Schülerjob als kurz­fristige Beschäftigung nicht der Krankenkasse melden. Das Kind bleibt beitrags­frei kranken­versichert. Ab dem 15. Geburts­tag bis zum Beginn der Voll­jährigkeit dürfen Kinder mit Erlaubnis der Eltern bis zu vier Wochen im Jahr arbeiten. Anders ist es, wenn das Kind dauer­haft ein monatliches Einkommen ab 426 Euro (Ausnahme Minijob) hat. Dann gilt der Familien­tarif nicht mehr und das Kind zahlt selbst.

Diese Meldung ist erst­mals am 20. Juni 2015 auf test.de erschienen. Sie wurde seitdem mehr­fach aktualisiert, zuletzt am 16. August 2017.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 13.06.2017 um 13:56 Uhr
Minijob + Rentenversicherung + Wartezeiten

@alle: Die Erfüllung einer Wartezeit ist eine der Voraussetzungen zum Erhalt einer Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Junge Leute, die aufgrund einer Krankheit oder einem Unfall nicht mehr arbeiten können, haben u.U. einen Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Dafür müssen Sie erst einmal eine Wartezeit von fünf Jahren erfüllen, also 60 Monate rentenversicherungspflichtig gewesen sein. Unter dem folgenden Link finden Sie einen Artikel zu diesem Thema:
www.test.de/erwerbsminderungsrente-5176318-0

Auch bei der Altersrente spielt die Wartezeit eine Rolle:
www.test.de/rentenversicherung-5156247-0

@wedel69: Vielen Dank für Ihre Anregung (maa)

wedel69 am 12.06.2017 um 22:08 Uhr
Minijob besser mit eigenen RVbeiträgen

Hier für Minijober den Verzicht auf die Renten­versicherungs­pflicht zu empfehlen, halte ich für fahrlässig. Es wäre genau hier der Ort und die Gelegenheit gerade Berufseinsteiger über die Vorteile des frühzeitigen Sammelns von Wartezeitmonaten zu informieren.