Schüler- und Ferienjobs Meldung

Schicke Marken-Klamotten, MP3-Player, Handy, Klingeltöne und Urlaub mit Freunden: Schüler brauchen immer Geld. Das Taschengeld von Eltern, Großeltern, Onkels und Tanten reicht oft nicht aus. Jeder vierte Jugendliche zwischen 13 und 22 Jahren arbeitet deshalb nach der Schule oder in den Ferien. test.de sagt, wann und wie lange Jugendliche arbeiten dürfen und wieviel Steuern sie zahlen müssen.

Gesetzliche Höchstgrenzen

Gemeinsam nehmen Schüler jährlich etwa 21 Milliarden Euro aus Taschengeld und Ferienjobs ein. Das entspricht einem durchschnittlichen Monatsverdienst von 233 Euro. Doch jeder Job kostet Zeit. Da kann es knapp werden mit schulischen Pflichten wie Hausaufgaben, Vorbereitungen auf Klassenarbeiten und Referate. Damit die schulischen Leistungen nicht zu kurz kommen, hat der Staat den Jugendlichen Grenzen gesetzt. Motto: Erst die Schule, dann die Arbeit.

  • 13 und 14 Jahre. Erlaubt sind zwei Stunden Arbeit am Tag. Leichte Aushilfsjobs wie Prospekte verteilen, Babysitten oder Zeitungen austragen. Die Arbeit darf weder die Gesundheit des Jugendlichen gefährden noch den Schulbesuch beeinträchtigen. Grundsätzlich müssen die Eltern ihre Zustimmung zu der Tätigkeit geben.
  • 15 bis 18 Jahre. Erlaubt sind bis zu acht Stunden Arbeit am Tag. Aber nur an Werktagen. Samstage und Sonntage sind Tabu. Insgesamt können Schüler an 20 Tagen pro Jahr vollzeitig arbeiten. Entweder verteilen sie diese über das Jahr oder arbeiten in den Ferien am Stück. Gearbeitet werden darf zwischen 6 und 20 Uhr. Schwere Lasten und gefährliche Arbeiten sind untersagt. Ebenso regelmäßige Tätigkeiten bei starker Hitze, Kälte, Nässe oder Lärm.
  • Ab 18 Jahre. Erlaubt sind bis zu 50 Arbeitstage im Jahr. Bei einer 5-Tage-Woche höchstens zwei Monate am Stück. Was darüber hinaus geht, gilt nicht mehr als Ferienjob.

Minijobs

Bei Minijobs ist der Verdienst auf 400 Euro pro Monat begrenzt. Steuern oder Sozialabgaben werden nicht abgezogen. Der Arbeitgeber zahlt eine Pauschale von 25 Prozent für Steuern und Sozialabgaben. Private Arbeitgeber, die etwa einen Babysitter oder eine Putzhilfe beschäftigen, zahlen 12 Prozent Steuern. Statt der Pauschale kann der Arbeitgeber aber auch eine Lohnsteuerkarte verlangen und dann Steuern und Solidaritätszuschlag einbehalten. In diesem Fall sollten Schüler das Geld über den Lohnsteuerjahresausgleich zurück fordern. Die entsprechenden Formulare für die Steuererklärung gibt es im Finanzamt vor Ort. Bei mehreren parallelen Minijobs rechnet das Finanzamt die Einkommen zusammen. Unter dem Strich dürfen nicht mehr als 400 Euro pro Monat herauskommen. Sonst fallen die steuerlichen Vergünstigungen weg. Einzige Ausnahme: überraschende Mehrarbeit. Wenn die längere Arbeitszeit nicht vorhersehbar war, darf das Einkommen in zwei Monaten im Jahr die 400 Euro-Grenze übersteigen.

Midijobs

Jenseits der 400-Euro-Jobs liegen die sogenannten Midijobs mit einem Monatslohn zwischen 400,01 und 800,00 Euro. Hier muss der Jobber Sozialabgaben zahlen. Diese beginnen bei vier Prozent und steigen allmählich bis 21,5 Prozent an. Bei einem Verdienst knapp über der 400 Euro-Grenze sinkt somit das Netto-Einkommen unter 400 Euro. Bei 410 Euro Monatslohn sind 20 Euro Sozialabgaben fällig. Am Ende werden nur 390 Euro ausgezahlt - weniger als bei einem Minijob. Von 450 Euro Monatslohn bleiben etwa 414 Euro übrig, bei 600 Euro sind es rund 505 Euro.

Ferienjobs

Als Ferienjobs gelten Beschäftigungen, die von vornherein auf maximal zwei Monate oder 50 Arbeitstage befristet sind. Das gilt für Fünf-Tage-Wochen. Wenn nur an vier Tagen in der Woche gearbeitet wird, verlängert sich die Frist entsprechend. Für Ferienarbeit müssen Schüler keine Sozialversicherung zahlen. Unfallversichert sind sie über den Arbeitgeber. Steuern werden erst ab einem Einkommen über 7 664 Euro pro Jahr fällig.

Achtung Kindergeld

Vorsicht: Wer mehr als 8 600 Euro im Kalenderjahr verdient, gefährdet das Kindergeld (7 680 Euro Verdienst plus 920 Euro Werbungskostenpauschale). Auch wenn dieser Betrag nur um einen Euro überschritten wird, müssen die Eltern das Kindergeld für das gesamte Jahr zurück zahlen. Darüber hinaus verlieren sie ihren eigenen Kinder- und Betreuungsfreibetrag, die Kinderzulage bei der Riester-Rente und Eigenheimzulage sowie im Öffentlichen Dienst den Anteil am Ortszuschlag. Die finanziellen Nachteile können dann höher sein als das zusätzliche Einkommen des Kindes.

Erfahrungen sammeln

Nebenjobs bringen Schülern nicht nur Geld, sondern auch Erfahrungen. Das fängt schon bei der Jobsuche an. Wo gibt es die besten Stellen, wie trete ich bei der der Jobsuche auf und welche Angebote sind eindeutig unseriös? Jobs geben einen Einblick ins Arbeitsleben. Disziplin, Zuverlässigkeit und Leistungsbereitschaft sind Eigenschaften, die trainiert werden müssen. Ferienjobs helfen dabei.

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