Die Württem­bergische Lebens­versicherung muss einem Ehepaar den Schaden ersetzen, den es durch den Kauf einer Eigentums­wohnung als Kapital­anlage erlitten hat. Das hat das Ober­landes­gericht Stutt­gart entschieden (Az. 9 U 95/10).

Ein Vertriebs­direktor des Versicherers habe die 48 und 50 Jahre alten Eheleute falsch beraten. Der Wohnungs­kauf, der zu 100 Prozent auf Kredit finanziert wurde, sei als zusätzliche Alters­vorsorge nicht geeignet, urteilte das Gericht.

Auch sei der versprochene Weiterverkauf der Wohnung mit Gewinn nach zehn Jahren unrealistisch gewesen. Die hohen Sonder­abschreibungen in den neuen Bundes­ländern hätten dazu geführt, dass der Kauf­preis viel zu hoch gewesen sei. Der Berater habe die Käufer „in eine Steuerfalle laufen lassen“, urteilten schon die Richter der ersten Instanz.

Das Urteil stelle klar, dass die Empfehlung zum Wohnungs­kauf für die Alters­vorsorge auch auf das Alter der Käufer abge­stimmt sein müsse. Zudem habe der Berater, nicht aber der Käufer wissen müssen, dass ein Wieder­verkauf der Immobilie zum Kauf­preis unrealistisch sei, erklärte Rechts­anwalt Klaus Kratzer aus Nürn­berg, der das Ehepaar vertritt.

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