Schrottimmobilien Meldung

Studenten der Hoch­schule Furtwangen University (HFU) haben eine Umfrage zum Kauf von Schrottimmobilien gestartet. Sie möchten Käufer befragen, wie es zum Kauf von über­teuerten Eigentums­wohnungen zur Alters­vorsorge kam. Die Umfrage soll klären, wer Anbieter, Verkäufer und Finanzierer von Schrottimmobilien sind und welche negativen Folgen die Käufe für Erwerber haben.

Fragebogen kann online ausgefüllt werden

Die Projekt­arbeit der Hoch­schule Furtwangen zum Thema Schrottimmobilien läuft unter dem Titel „Abge­zockt statt abge­sichert“ und soll auf das Thema fehl­geschlagener Immobilien­kapital­anlagen aufmerk­sam machen. Bundes­weit sind nach Erkennt­nissen der Stiftung Warentest weit mehr als 300 000 Anleger auf dubiose Verkäufer von Schrottimmobilien herein­gefallen. Von Schrottimmobilien spricht man, wenn minderwertige Wohnungen zu über­höhten Preisen verkauft werden Die Stiftung Warentest berichtet ausführlich. Betroffene Anleger, die das Projekt unterstützen wollen, können den Fragebogen der Hochschule Furtwangen aufrufen. Die Umfrage endet am 31. August 2013.

Auftrag­geber der Studie kritisiert finanzierende Banken

Auftrag­geber der Studie ist Thomas Kerscher, geschäfts­führender Gesell­schafter der idbm – Privat-Institut der Bank­diplomatie KG. Er berät und hilft seit fast zehn Jahren Betroffenen von Schrottimmobilien. Kerscher kritisiert vor allem die Banken, die die unseriösen Wohnungs­verkäufe finanzieren. Die Folgen für die Eigentümer seien dramatisch. Sie blieben vielfach auf einem Schulden­berg sitzen, ohne Aussicht darauf jemals in die Gewinn­zone kommen zu können.

So funk­tionierte der Verkauf

Der Verkauf von völlig über­teuerten Immobilien als Kapital­anlage läuft meist nach folgender Masche ab: Zunächst wird den ahnungs­losen Käufern erklärt, dass sie auf einfache Art Steuern sparen könnten, wenn sie zum Kauf einer Wohnung als Geld­anlage bereit seien. Sorgen um die Finanzierung müssten sie sich nicht machen, da sich die Wohnung durch Steuer­vorteile und durch Miet­einnahmen quasi von selbst finanziere. Schon nach zehn Jahren lasse sich die Immobilie dann mit Gewinn verkaufen. Eine bessere Alters­vorsorge gebe es nicht. Um zu verhindern, dass Käufer das Angebot genauer prüfen, machen die Vermittler – meist dubiose Finanz­vertriebe – Druck. Sie gaukeln Kunden vor, dass das Schnäpp­chen­angebot weg sei, wenn sie nicht sofort zusagten. Ein Besichtigungs­termin sei zum Beispiel deswegen nicht möglich, weil gerade ein anderer Interes­sent die Wohnung besichtige.

Finanztest 04/2013: Schrottimmobilien - Der lange Kampf mit der Bank
Finanztest 02/2011: Dubiose Immobiliengeschäfte der DKB

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