Viele Immobiliengeschädigte können nun hoffen: Der Bundesgerichtshof räumt bei Käufen mithilfe von „Haustürkrediten“ ein Widerrufsrecht ein. Für hunderttausende Verbraucher kann das der Wendepunkt sein: Vor allem in den 90-er Jahren hatten Strukturvertriebe und windige „Finanzberater“ Schrottwohnungen zu überhöhten Preisen verkauft und Hypodarlehen – oft von Großbanken wie der HypoVereinsbank – gleich mit vermittelt. Doch versprochene Mieten und Steuervorteile blieben aus, für viele ein Finanzdesaster. Nun können sie den Kreditvertrag widerrufen (BGH, Az. XI ZR 91/99). Bedingung: Sie hatten ein Widerrufsrecht, weil der Kredit ein „Haustürgeschäft“ war, etwa wenn ein „Drücker“ unaufgefordert beim Kunden zu Hause oder am Arbeitsplatz auftauchte. Und: Es fehlte eine korrekte Info über das Widerrufsrecht. Allerdings ist die Rechtslage nicht eindeutig: Der Widerruf des Kredits erlaube nicht automatisch auch die Rückabwicklung des Kaufs, betonte der BGH. Kunden könnten dann zwar den Kredit zurückgeben, blieben aber auf der Immobilie sitzen. Lässt sich jedoch beweisen, dass Vermittler und Bank zusammengearbeitet haben, könnten die rund 300 000 Betroffenen der Bank die Wohnung überlassen und Ersatz ihrer Kosten fordern.

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