Einen kleinen Rettungsring für Käufer von Schrottimmobilien hat jetzt der Bundesgerichtshof ausgeworfen: Hat der Vertreter im Verkaufsgespräch nicht über hohe künftige Reparaturkosten informiert, kann der geprellte Käufer sein Geld zurückverlangen.

Im vorliegenden Fall hatte sich ein Ehepaar 1995 eine Wohnung in Duisburg aufschwatzen lassen. Schon im folgenden Jahr waren massive Reparaturen nötig, in den Folgejahren wurden jährlich bis zu 125 000 Euro auf die Eigentümer umgelegt. Vor dem Kauf hatte das Ehepaar einen „Besuchsauftrag“ mit dem Vertreter unterzeichnet. Das, so die obersten Richter, lasse auf einen Beratervertrag schließen. Und zur Beratung hätte auch ein Hinweis auf die Folgekosten gehört (Az. V ZR 423/02).

Doch nach wie vor lässt der BGH bei Schrottimmobilien nur selten die Rückabwicklung von Kauf- und Kreditvertrag zu. Daher ist ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof anhängig. Betroffen sind rund 300 000 Käufer.

Dieser Artikel ist hilfreich. 88 Nutzer finden das hilfreich.