Tipps

Beratung. Lassen Sie von einem Anwalt klären, ob bei Ihnen Kauf- und Darlehensvertrag ein verbundenes Geschäft sind und ob Sie dieses in einer Haustürsituation abgeschlossen haben, etwa wenn der Vermittler Sie zu Hause oder auf der Arbeit angesprochen hat. Nur dann haben Sie Chancen, sich vom Kreditvertrag durch Übergabe der Immobilie zu lösen.

Widerruf. Rät der Anwalt zum Widerruf des Kreditvertrags, tun Sie das schriftlich und stellen Sie (nach Absprache mit dem Anwalt) bis auf weiteres die Rückzahlung der Raten ein. Legen Sie das Geld aber für alle Fälle beiseite. Wollen Sie trotz Widerspruch weiterzahlen, schreiben Sie der Bank, dass Sie das ohne Anerkenntnis einer Rechtspflicht tun. Will die Bank zwangsvollstrecken, können Sie sich mit einer Vollstreckungsgegenklage wehren. Dann entscheidet das Gericht.

Aussetzung. Haben Sie bereits ein Verfahren laufen, beantragen Sie mit Hinweis auf die kommende Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) die „Aussetzung wegen Vorgreiflichkeit“. Die Entscheidung wird dann vertagt. Weigert sich das Gericht, so können beide Parteien gemeinsam das „Ruhen des Verfahrens“ beantragen. Das muss das Gericht akzeptieren.

Staatshaftung. Unter Umständen haben Sie auch Staatshaftungsansprüche gegen die Bundesrepublik Deutschland , weil sie Europarecht nicht richtig umgesetzt hat, sodass der BGH gar nicht verbraucherfreundlicher entscheiden konnte. Das ist zwar noch nicht geklärt, trotzdem verjähren Ansprüche zum 31. Dezember 2004. Betroffene sollten sich beraten lassen, ob sich die Anmeldung ihrer Ansprüche lohnt.

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