Das Landgericht Darmstadt hat sieben Vermittler von Schrottimmobilien zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Darunter ist die Immobilienmaklerin Sabine H.. Sie soll wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs sogar für neun Jahre ins Gefängnis. Auch zwei Notare, die die dubiosen Geschäfte beurkundet hatten, wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Kunden wurden in den finanziellen Ruin getrieben

Die Angeklagten hatten Kunden finanziell ruiniert, indem sie ihnen völlig überteuerte Immobilien als Kapitalanlage andrehten. Die Makler versprachen den Käufern, dass sie mit den Mieten für die Immobilien die aufgenommenen Darlehen abzahlen und zusätzlich noch einen Überschuss erwirtschaften könnten. Zudem täuschten die Vermittler den finanzierenden Banken einen weit überhöhten Verkehrswert der Immobilien vor. Sie reichten manipulierte Gehaltsabrechnungen, Steuerbescheide und Kontoauszüge bei den Banken ein, um Kredite für die Schrottimmobilien zu bekommen. Die Kredite reichten sie dann nur teilweise an ihre Kunden weiter. Zuvor zweigten sie nach Überzeugung der Richter erhebliche Beträge für sich selbst ab. Insgesamt zahlten die Banken Kredite in zweistelliger Millionenhöhe aus. Dabei sei den Kreditinstituten ein Schaden in Höhe von rund sieben Millionen Euro entstanden, urteilte das Landgericht.

Auch Notare sollen ins Gefängnis

Ohne die Hilfe so genannter Mitternachtsnotare hätten die Makler ihre dubiosen Geschäfte gar nicht abwickeln können. Solche Notare beurkunden die Geschäfte, ohne groß nachzufragen, ob die Käufer genügend Zeit für die Prüfung der Verträge hatten. Im vorliegenden Fall verurteilte das Gericht zwei Notare wegen Beihilfe zu Gefängnisstrafen. Sie hatten der Maklertruppe nach Überzeugung des Gerichts geholfen. Die Urteile gegen die Makler und Notare sind noch nicht rechtskräftig.

Tipp: Im Special Wohnungskauf: Fiese Notare unter Druck beschreibt Finanztest ausführlich, mit welchen Tricks Zehntausenden viel zu teure Wohnungen angedreht wurden, wie diese sich dagegen wehren können und wie sie die Immobilienfallen vorab erkennen. Dass Notare ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten, ist nichts Neues: Erst kürzlich nahm die Berliner Staatsanwaltschaft einen Notar fest wegen des Verdachts auf banden- und gewerbsmäßigen Betrugs in 19 Fällen.

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