Schrottimmobilien Gericht stoppt Hypovereinsbank

0

Das Oberlandesgericht Nürnberg hat die Zwangsvollstreckung gegen die Käufer einer völlig überteuerten Eigentumswohnung für unzulässig erklärt. Die Hypovereinsbank in München hatte die Vollstreckung eingeleitet, weil die Käufer ihre Kreditraten nicht mehr zahlten. Doch die Richter entschieden, dass die Bank keinen Anspruch aus dem Darlehensvertrag zur Finanzierung der Immobilie habe (Az. 12 U 104/05, nicht rechtskräftig).

Zur Begründung heißt es, dass die Bank „institutionell“ mit den Verkäufern der Immobilie zusammen­gearbeitet habe. Für die Bank sei erkennbar gewesen, dass der Vermittler die Käufer falsch über die Höhe der Miete aufgeklärt habe. Bei richtiger Aufklärung hätte das Ehepaar nicht gekauft oder den Vertrag wegen arglistiger Täuschung angefochten.

Das Urteil stellt laut Rechtsanwalt Klaus Kratzer aus Nürnberg eine Wende gegenüber der bisherigen „bankenfreundlichen Rechtsprechung“ des Bundesgerichtshofs (BGH) dar. Die Nürnberger Richter hätten das BGH-Urteil vom 16. Mai 2006 (Az. XI ZR 6/04) klar im Sinne der Anleger ausgelegt. Danach haftet die Bank bereits für Anlegerschäden, wenn bewiesen werden kann, dass sie mit dem Vertrieb „institutionell zusammenwirkte“.

0

Mehr zum Thema

  • Immobilienbe­teiligung Nur zwei von sechs „Alternativen Investmentfonds“ befriedigend

    - Mit Summen ab 10 000 Euro können sich Anleger an Büro- und Geschäfts­gebäuden, Hotels, Sozialimmobilien oder Wohnungen in Deutsch­land beteiligen. Sie können von Mieten...

  • Warn­liste Geld­anlage Unseriöse Firmen und Finanz­produkte

    - Die Warn­liste Geld­anlage verschafft Ihnen einen Über­blick über dubiose, unseriöse oder sehr riskante Geld­anlage­angebote, vor denen die Stiftung Warentest gewarnt hat.

  • Verdacht auf gewerbs­mäßigen Betrug Verhaftung bei Geno eG

    - Der Verdacht auf Untreue, Insolvenz­verschleppung und gemeinschaftlichen gewerbs­mäßigen Betrug bei der Geno Wohn­baugenossenschaft eG aus Ludwigs­burg scheint sich zu...

0 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.