Schrottimmobilien Meldung

Die Zahl der Schrottimmobilien-Opfer geht in die ­Tausende. Viele Menschen haben sich damit ruiniert.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) macht den vielen Anlegern Hoffnung, denen Banken und Bausparkassen in den 90er Jahren überteuerte Eigentumswohnungen auf Kredit aufgeschwatzt haben (Az. C-229/04 und C-350/03). Die Richter entschieden, dass die Kreditgeber das gesamte Risiko der Geldanlage tragen müssen, wenn der Verbraucher beim Abschluss des Kreditvertrages zu Hause nicht ordnungsgemäß über sein Widerrufsrecht belehrt worden ist und der Schaden durch den Widerruf hätte vermieden werden können.

Wie dieser Verlustausgleich aussehen soll, darüber schweigt der EuGH. Nach Ansicht des Nürnberger Anwalts Klaus Kratzer müssen Darlehensnehmer, die nicht über ihr Widerrufsrecht informiert wurden, jetzt finanziell so gestellt werden, als ob sie das Geschäft nie abgeschlossen hätten.

„Ich rechne damit, dass die Kreditinstitute nun auf noch ausstehende Darlehensraten verzichten müssen und der Anleger im Gegenzug die Immobilie an das Kreditinstitut herausgeben muss.“ Zusätzlich müsse die Bank alle Schäden aus der Vergangenheit erstatten, etwa die Beträge, die ein Käufer wegen fehlender Mieteinnahmen draufzahlen musste.

Laut Hartmut Strube von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gilt das Urteil nur dann, wenn die Kunden den Darlehensvertrag vor dem Immobilienkaufvertrag abgeschlossen haben. Nur dann hätte der Verbraucher bei korrekter Belehrung noch vor Eintritt eines Schadens aus dem Geschäft aussteigen können.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband sieht sogar die Möglichkeit, dass statt der Banken der Staat für den Schaden ­aufkommen muss, weil er die Vorgaben der EU-Haustürgeschäfterichtlinie nicht richtig umgesetzt habe.

Dieser Artikel ist hilfreich. 39 Nutzer finden das hilfreich.