Schrottimmobilien DKB zu Schaden­ersatz verurteilt

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Schrottimmobilien - DKB zu Schaden­ersatz verurteilt

Die Deutsche Kredit­bank (DKB) muss einer Anlegerin Schaden­ersatz zahlen, weil sie einen sittenwid­rig über­höhten Kauf­preis für eine Immobilie finanziert hat. Das hat das Land­gericht Berlin entschieden. Die Richter gingen davon aus, dass die Bank wusste, dass der Kauf­preis viel zu hoch war.

Gericht: Bank hatte Wissens­vorsprung

In der Vergangenheit war die DKB immer wieder wegen unseriös über­höhter Immobilien­finanzierungen kritisiert worden zum Special „Neue Fakten gegen die Bank“. Die Bank hat jedoch stets bestritten, von über­teuerten Kauf­preisen gewusst zu haben. Im vorliegende Fall ging jedoch auch das Gericht davon aus, dass die DKB einen konkreten Wissens­vorsprung hatte, als sie die Finanzierung des Kauf­preises für eine völlig über­teuerte Eigentums­wohnung in Berlin über­nahm.

DKB soll Schaden ersetzen

Das Gericht befand: Die vom Berlin Rechts­anwalt Thomas Storch vertretene Anlegerin habe hinreichend dargelegt, dass der Kauf­preis der Wohnung sittenwid­rig über­teuert war und die DKB über einen Wissens­vorsprung hinsicht­lich des Wertes der Eigentums­wohnung verfügte. Die DKB müsse der Frau deshalb ihren Schaden in Höhe von rund 12 000 Euro ersetzen, den sie durch den Erwerb der Wohnung erlitten habe. Im Gegen­zug werde die Wohnung an die Bank über­tragen. Aus dem Darlehens­vertrag dürfe die DKB keine Ansprüche mehr stellen, urteilte das Gericht. Die Entscheidung ist nicht rechts­kräftig.

Rund 86 000 Euro für 46 Quadrat­meter-Wohnung

Die interne Beleihungs­wert­ermitt­lung der DKB habe für die Wohn­gegend im Jahr 2008 eine Preisspanne von 600 bis 800 Euro pro Quadrat­meter ausgewiesen. Grund­lage sei eine HVB-Expertise und der Plötz Immobilien­führer gewesen. Die Richter stellten fest: Dies ergäbe selbst unter Verwendung des oberen Grenz­wertes von 800 Euro einen Gesamt­wert der Wohnung von nur 37 360 Euro. Eine Wohnung gilt als sittenwid­rig über­teuert, wenn der Kauf­preis mehr als das Doppelte des ermittelten Beleihungs­wert beträgt. Im vorliegenden Fall hatte die Käuferin 2008 die etwa 46 Quadrat­meter große Eigentums­wohnung im Berliner Objekt „An den Achterhöfen“ von der Rentadomo Grund­besitz GmbH & Co KG erworben – für rund 91 000 Euro. 5 000 Euro sollten auf einen PKW-Stell­platz entfallen. Die DKB hatte den Kauf­preis mit einer Darlehens­lauf­zeit bis 2042 voll finanziert.

Weitere Anleger verklagen die Bank

Es gibt noch weitere Anleger die DKB klagen. Sie alle werfen der Bank vor, wissentlich über­höhte Kauf­preise finanziert zu haben.

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RobertBeckmann am 19.04.2014 um 22:58 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

idieh35 am 08.03.2014 um 09:56 Uhr
Wie weist man der Bank etwas nach?!

Die Frage ist ja, wie man der Bank als Bankkunde überhaupt etwas nachweisen können soll.
Haben die Gerichte da irgendwelche Vorstellungen, Leitlinien?
Die Bank gewährt doch keinem Kunden Einblicke in ihre Unterlagen, verheimlicht Beleihungswertermittlungen oder Gutachten-Ergebnisse als "Bankinterna", die dem Kunden nichts angehen.
Auch in meinem Fall liegt alles logisch auf der Hand, aber beweisen........?
Wenn eine Bank ein Objekt bei den Verkäufern finanziert, hier eine Zwangsvollstreckung abwendet, die durch dier vorherige finanzierende Bank angeordnet wurde, kurz darauf dann den Verkauf vermittelt und den überteuerten Kaufpreis zu 100% finanziert, sollte das hoffentlich Beweis genug sein.
Aber schon allein die lange Verfahrensdauer, zu deren Begründung fortgesetzt die "Arbeitsüberlastung" des Gerichts angeführt wird, kann einen in den Ruin treiben und wie bei mir: bald auch in die Obdachlosigkeit......wenn juckts....etwa unseren "Rechtsstaat" ?!

piotr47 am 18.01.2014 um 18:14 Uhr
Die (guten) Banken

Die (guten) Banken sollen geschützt werden, die (bösen und raffgierigen) Erwerber weitestgehend schutzlos gestellt sein.

piotr47 am 18.01.2014 um 17:35 Uhr
Ich haber leider gegen DKB verloren.

Ich habe leider gegen DKB verloren. Obwohl der Kauf­preis der Wohnung sittenwid­rig über­teuert war, konnte ich nicht nachweisen, dass die Bank wusste, dass der Kauf­preis viel zu hoch war. Die Masche war so offensichtlich, aber leider das Landgericht Berlin hat dass nicht gesehen....