Schrottimmobilien DKB zu Schaden­ersatz verurteilt

23.12.2013
Schrottimmobilien - DKB zu Schaden­ersatz verurteilt

Die Deutsche Kredit­bank (DKB) muss einer Anlegerin Schaden­ersatz zahlen, weil sie einen sittenwid­rig über­höhten Kauf­preis für eine Immobilie finanziert hat. Das hat das Land­gericht Berlin entschieden. Die Richter gingen davon aus, dass die Bank wusste, dass der Kauf­preis viel zu hoch war.

Gericht: Bank hatte Wissens­vorsprung

In der Vergangenheit war die DKB immer wieder wegen unseriös über­höhter Immobilien­finanzierungen kritisiert worden zum Special „Neue Fakten gegen die Bank“. Die Bank hat jedoch stets bestritten, von über­teuerten Kauf­preisen gewusst zu haben. Im vorliegende Fall ging jedoch auch das Gericht davon aus, dass die DKB einen konkreten Wissens­vorsprung hatte, als sie die Finanzierung des Kauf­preises für eine völlig über­teuerte Eigentums­wohnung in Berlin über­nahm.

DKB soll Schaden ersetzen

Das Gericht befand: Die vom Berlin Rechts­anwalt Thomas Storch vertretene Anlegerin habe hinreichend dargelegt, dass der Kauf­preis der Wohnung sittenwid­rig über­teuert war und die DKB über einen Wissens­vorsprung hinsicht­lich des Wertes der Eigentums­wohnung verfügte. Die DKB müsse der Frau deshalb ihren Schaden in Höhe von rund 12 000 Euro ersetzen, den sie durch den Erwerb der Wohnung erlitten habe. Im Gegen­zug werde die Wohnung an die Bank über­tragen. Aus dem Darlehens­vertrag dürfe die DKB keine Ansprüche mehr stellen, urteilte das Gericht. Die Entscheidung ist nicht rechts­kräftig.

Rund 86 000 Euro für 46 Quadrat­meter-Wohnung

Die interne Beleihungs­wert­ermitt­lung der DKB habe für die Wohn­gegend im Jahr 2008 eine Preisspanne von 600 bis 800 Euro pro Quadrat­meter ausgewiesen. Grund­lage sei eine HVB-Expertise und der Plötz Immobilien­führer gewesen. Die Richter stellten fest: Dies ergäbe selbst unter Verwendung des oberen Grenz­wertes von 800 Euro einen Gesamt­wert der Wohnung von nur 37 360 Euro. Eine Wohnung gilt als sittenwid­rig über­teuert, wenn der Kauf­preis mehr als das Doppelte des ermittelten Beleihungs­wert beträgt. Im vorliegenden Fall hatte die Käuferin 2008 die etwa 46 Quadrat­meter große Eigentums­wohnung im Berliner Objekt „An den Achterhöfen“ von der Rentadomo Grund­besitz GmbH & Co KG erworben – für rund 91 000 Euro. 5 000 Euro sollten auf einen PKW-Stell­platz entfallen. Die DKB hatte den Kauf­preis mit einer Darlehens­lauf­zeit bis 2042 voll finanziert.

Weitere Anleger verklagen die Bank

Es gibt noch weitere Anleger die DKB klagen. Sie alle werfen der Bank vor, wissentlich über­höhte Kauf­preise finanziert zu haben.

23.12.2013
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