Das Berliner Kammerge­richt hat die Grüezi Real Estate AG dazu verurteilt, den Kauf­preis für eine Wohnung zu erstatten (Az.11 U 18/11). Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Firma die Wohnung zu einem sittenwid­rig über­höhten Preis verkauft hatte.

Die Käuferin hatte 76 200 Euro für die Wohnung in Berlin-Friedrichs­hain gezahlt. Tatsäch­lich war sie aber nur 29 000 Euro wert, stellte ein vom Gericht beauftragter Sach­verständiger fest. Statt der versprochenen 40 Quadrat­meter war die Wohnung nur 32 Quadrat­meter groß. Am Gebäude waren umfang­reiche Instandhaltungs­arbeiten erforderlich.

Die Richter fanden klare Worte: Das grobe Miss­verhältnis zwischen Kauf­preis und Wert lasse auf eine „verwerf­liche Gesinnung“ des Verkäufers schließen. Die Immobilienfirma muss den Kauf­preis abzüglich der von der Käuferin erzielten Miet­einnahmen erstatten.

Zu Jahres­beginn hatte bereits das Land­gericht Berlin die Grüezi Real Estate AG zur Rück­abwick­lung zweier Wohnungs­verkäufe verurteilt (Az. 13 O 317/10 und 1 O 10/11 – nicht rechts­kräftig). Seit 2010 steht die Firma auf der Finanztest-Warn­liste (www.test.de/warnliste).

Dieser Artikel ist hilfreich. 25 Nutzer finden das hilfreich.