Schrottimmobilien Meldung

Käufer von Schrottimmobilien, ihre Anwälte und Verbraucherschützer forderten bei ihrer Protestkundgebung in der Lokhalle Göttingen von der Regierung mehr Anlegerschutz.

Die Bundesregierung soll endlich mehr für den Anlegerschutz tun. Das forderten der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Anwälte und Anleger bei einer Protestkundgebung in Göttingen am 21. Februar 2004. Sie vertreten geprellte Anleger, die mit Wissen und Unterstützung von Banken Schrottimmobilien auf Kredit gekauft haben und deswegen jetzt vor dem finanziellen Ruin stehen. „Mit der heutigen Gesetzgebung kann sich das jederzeit wiederholen“, kritisierte Edda Müller, Vorstand des vzbv.

Wie berichtet, werden Anleger bisher vom Bundesgerichtshof allein gelassen. Sie dürfen zwar den Kredit an die Bank zurückgeben, nicht aber die Immobilien an den Verkäufer. Das hilft den Geschädigten aber nicht, da die Immobilien wegen ihrer schlechten Qualität meist unverkäuflich sind. Somit fehlt den Betroffenen das Geld, um den Kredit zurückzahlen zu können.

Dubiose Firmen und Vermittler haben den Immobiliennepp im Zusammenspiel mit deutschen Banken systematisch betrieben. Alle Beteiligten haben daran sehr gut verdient. Der Skandal zeige, dass Anleger nicht ausreichend vor den betrügerischen Machenschaften professioneller Vermittler geschützt seien, sagte Müller. In einem von dem vzbv, von Anwälten und Geschädigten erarbeiteten Kommuniqué wird die Regierung unter anderem ­aufgefordert, umgehend einen Fünf-Punkte-Katalog umzusetzen:

  1. Die Beweislast müsse umgekehrt werden, sodass der Anbieter belegen müsse, dass er korrekt beraten hat.
  2. Die Verjährungsfrist von zurzeit drei Jahren solle verlängert werden, da sich bei langfristigen Geldanlagen die negativen Folgen erst nach Jahren zeigten.
  3. Es müssten Haftungsregeln sowie eine Vermögenshaftpflichtversicherung für Vermittler eingeführt werden.
  4. Das Aufsichtsziel der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht bei der Kontrolle der Banken müsse auch ausdrücklich den Verbraucherschutz umfassen.
  5. Die Regierung müsse dafür sorgen, dass die europäischen Verbraucherkreditrichtlinien zwingend die Immobiliardarlehen umfassen, um auch Opfer von Schrottimmobilien zu schützen.

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