Schrottimmobilien Meldung

Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat eine von der Eurohypo AG vorgenom­mene Zwangsvollstreckung in eine Immobilie für unzulässig erklärt und die Bank zu Schadenersatz verurteilt. Sie muss nun einem Ehepaar alle im Zusammenhang mit einem Wohnungskauf im Jahr 2001 entstandenen Schäden ersetzen.

Die Bank habe ihre Beratungspflichten verletzt. Sie habe bemerken müssen, dass der Kaufpreis für eine Wohnung in Schwabach sittenwidrig überhöht war und das Ehepaar darüber aufklären müssen, erklärten die Richter unter Hinweis auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom April 2008 (Az. XI Zr 221/07). Damals hatte der BGH entschieden, dass ein Bankmitarbeiter nicht die Augen verschließen dürfe, wenn eine Immobilie offensichtlich völlig überteuert sei.

Die Richter am Landgericht waren davon überzeugt, dass der Bank der geringe Wert der Immobilie bewusst war. Deshalb habe sie nur einer Teilfinanzierung zugestimmt und eine hohe Darlehenstilgung von 2,54 Prozent verlangt. Auch hätten die kapitalschwachen Käufer noch einen weiteren Kredit bei einer anderen Bank aufnehmen müssen.

Auch für den Schaden aus diesem ­Kreditgeschäft muss die Eurohypo AG nun aufkommen, erklärt der Nürnberger Rechtsanwalt Klaus Kratzer von der Kanzlei Kratzer & Kollegen (Az. 10 O 7595/06).

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