Schreibtischdrehstühle Test

Ein Wechsel zwischen vorderer, mittlerer und hinterer Sitzposition tut dem Rücken gut. Aber nur, wenn der Stuhl auch richtig eingestellt wird.

Ein Wechsel zwischen vorderer, mittlerer und hinterer Sitzposition tut dem Rücken gut. Aber nur, wenn der Stuhl auch richtig eingestellt wird.

Brüchige Armlehnen, scharfe Kanten und schlechter Stand - viele Schreibtischdrehstühle haben gravierende Mängel. Das hat der Test von 14 Modellen ergeben. Vor allem preiswerte Stühle schnitten schlecht ab. Außerdem waren sie oft nicht rückengerecht. Verspannungen und Rückenschmerzen sind dann die Folge. Durchgefallen sind auch die sogenannten „Chefsessel“, die jugendliche Computerfreaks besonders gern nutzen. test.de zeigt, auf welchen Modellen Sie gut sitzen.

Mängel bei der Sicherheit

Am Schreibtischstuhl für zu Hause wird gerne gespart. Ein paar hundert Euro für einen professionellen Bürostuhl will kaum jemand ausgeben. Verlockend wirken dann die preiswerten Drehstühle, die es in vielen Möbelhäusern für weniger als 100 Euro gibt. Doch gerade diese Modelle halten leider nicht, was sie versprechen. Im Test fielen viele davon mit „mangelhaft“ durch, vor allem wegen Sicherheitsmängeln. Auch die Ergonomie war oft nur ausreichend.

Teuer aber gut

Wer seinem Rücken auch zu Hause Gutes tun will, muss tief in die Tasche greifen. 510 Euro kostet der Schreibtischdrehstuhl „Netwin nw-100“ von Sedus, der Testsieger wurde. Auch das zweitbeste Modell im Vergleich, der „Sim-o Operator“ von der Marke Trend!Office, ist mit 375 Euro nicht billig. Das ist im Vergleich zu manch anderem Profi-Bürostuhl jedoch noch erschwinglich.

Entlastung für den Rücken

Ein guter Drehstuhl für den Schreibtisch muss vor allem eines können: den Rücken entlasten. Denn langes Sitzen belastet die Wirbelsäule. Beim Surfen im Internet, Computer spielen oder dem Anfertigen der Steuererklärung kommen schnell einige Stunden zusammen. Wer dann falsch sitzt, bekommt Verspannungen und Rückenschmerzen. Deshalb ist die Ergonomie, das heißt das Anpassen des Stuhles an die natürliche Körperhaltung, besonders wichtig. Dabei hilft zum Beispiel ein verstärktes Rückenpolster im Lendenwirbelbereich oder eine verstellbare Beckenrandabstützung. Auch Armlehnen sorgen für Entlastung. Wichtig ist, dass sich der Stuhl möglichst gut an den eigenen Körper anpassen lässt. Hier gilt: Je mehr Verstellmöglichkeiten, desto besser.

Scharfe Kanten

Als besonders gefährlich erwies sich im Test die Halterung der Gasfeder zur Höhenverstellung des Sitzes. Scharfe Kanten an der Halterung führen mit der Zeit zu Rissen an der Gasfeder. Wenn diese bricht und ihre Teile durch den Raum schießen, kann es schlimme Verletzungen geben. Fünf von 14 Modellen im Test haben solche Gefahrenstellen. Aber auch in Sachen Standsicherheit gibt es erhebliche Mängel. Manche Drehstühle sind so konstruiert, dass sie unter Belastung nach hinten oder zur Seite kippen. Auch die Armlehnen erweisen sich oft als Schwachpunkt: Sie brechen unter Belastung einfach ab.

Von wegen Chefsessel

Mit breiter Lehne und Lederbezug wirken die oft als „Chefsessel“ verkauften Drehstühle protzig und edel. Gerade bei männlichen Jugendlichen sind sie beliebt. Doch echte Chefs sitzen besser. Denn die Drehstühle halten nicht, was ihr Äußeres verspricht. Die Modelle von Roller und XXXLutz fielen im Test mit „mangelhaft“ durch. Beide sind nicht sicher, haben eine schlechte Polsterung und kaum Verstellmöglichkeiten.

Lümmeln erwünscht

Als besonders schonend für die Bandscheiben gilt, bei leicht nach hinten geneigter Rückenlehne im Sessel zu lümmeln. Der kanadische Wissenschaftler Waseed Amir Bashir hat herausgefunden, dass diese Sitzposition die Wirbelsäule besser entlastet als aufrechtes Sitzen. Denn so fängt der Stuhl einen Teil der Belastung ab, die sonst die Wirbelsäule trägt. Um diesen Effekt nutzen zu können, muss die Rückenlehne bis zu einem Winkel von 120 bis 135 Grad verstellbar sein. Allerdings ist ab 120 Grad eine Kopfstütze nötig, damit sich der Nacken nicht verspannt.

Sitzposition verändern

Der Erziehungsspruch „Zappel doch nicht so rum“ ist passé. Orthopäden empfehlen sogar, sich möglichst viel beim Sitzen zu bewegen und die Sitzposition regelmäßig zu verändern. Denn dann haben alle Muskeln etwas zu tun, auch der Kreislauf bleibt so besser in Schwung und die Bandscheiben werden entlastet. Die unterschiedlichen Haltungen zeigt das Bild oben.

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