Gesundheit: Je dunkler, desto gesünder?

Schokolade Test

Bitterschokolade werden zahlreiche positive Effekte auf die Gesundheit nachgesagt. Wie gut ist die Dunkle wirklich?

Schokolade regt an, das ist erwiesen. Die Alkaloide Koffein und Theobromin regen die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit an, bauen zudem Stress ab. Die Dunkle ist mit beiden Stoffen reicher bestückt als Milchschokolade: 100 Gramm enthalten etwa 500 Milligramm Theobromin und 70 Milligramm Koffein.

Schokolade macht glücklich, auch das stimmt. Der Verzehr erhöht die natürliche Produktion von Serotonin, dem „Glückshormon“. Sie wird deshalb auch als Antidepressivum gesehen. Das gilt für jede Schokolade, nicht nur für die dunkle.

Schokolade schützt das Herz, wird vielerorts behauptet. Bisherige Studien stützen sich jedoch auf den reinen Kakao-, nicht den Schokoladenkonsum. So beobachteten niederländische Forscher 15 Jahre lang 470 Männer mit geringem bis starkem Kakaoverzehr. Ihr Fazit: Die Kakaofans hatten ein geringeres Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, als die Kakaomuffel. Noch steht die Forschung hier am Anfang. Vor allem Bitterschokolade soll wegen ihres hohen Kakaoanteils viele Polyphe­no­le, speziell Flavonoide enthalten. Diese sekundären Pflanzenstoffe sollen etwa den Blutdruck senken und vor schädlichem Cholesterin (LDL) schützen. Doch gerade Edelkakao ist eher polyphenolarm. Auch können Polyphenole in Schokolade noch nicht verlässlich genug gemessen werden. Und Experten wollen sich nicht festlegen, wie viel Schokolade am Tag dem Körper wirklich gut tut.

Gesundheitsschokoladen“ wie in den USA sind bei uns nicht erlaubt. Ob sie jemals hier auf den Markt gelangen, ist fraglich. Denn trotz möglicher positiver Effekte bleibt Schokolade ein kalorienreiches Genussmittel. Aus Sicht der EU-Health-Claims-Verordnung ist das ein Grund, keine gesundheitsbezogenen Werbeaussagen für Schokolade zuzulassen.

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