Schnurlostelefon-Duo Schnelltest

Aus dem Lidl-Prospekt: Cocoon 510

Lidl hat seit Montag ein Telefon-Duo im Angebot: zwei schnurlose Telefone mit Basis- und Ladestation. Preis: 55,99 Euro. Kein schlechter Preis für zwei schnurlose Telefone. Es sind digitale DECT-Geräte für analoge Telefonanschlüsse oder ISDN-TK-Anlagen. Das Duo ermöglicht kostenlose interne Gespräche und funktioniert im Schnelltest recht gut. Nur die Displays sind keine Freude. test.de klärt auf.

Silber oder schwarz

Schnurlostelefon-Duo Schnelltest

Technisch gleich, optisch ohne Chick: Cocoon 610.

Dunkelgrau und silber-metallic: Im Lidl-Prospekt macht das Telefon-Duo eine gute Figur. Abgebildet ist das Modell Cocoon 510. Das Tastenfeld wirkt aufgeräumt, die Geräte recht schick. Daneben ein kleines Foto von zwei schwarzen Telefonen. Die kann der Einkäufer der Stiftung Warentest schließlich ergattern. Modell Cocoon 610. Technisch wohl identisch, aber optisch anders: Die Gehäuse der schwarzen Telefone sind gerundet, wie viele andere Telefone auch. Weniger schick und ganz in schwarz. Die Tasten sind schlecht zu erkennen. Fabel verkehrt: Aus dem schönen Schwan ist ein hässliches Entlein geworden.

Von Topcom gebaut

Auch den Hersteller seiner Aktionsware lässt Lidl gern im Dunkeln: UCOM steht im Werbeprospekt. Dahinter steckt Topcom Deutschland mit Sitz in Bensheim. Topcom baut die Telefone Cocoon und Butler. Das Topcom Butler 2455 und das Schwestermodell 2410 kennen die Tester aus dem großen Test Schnurloser Telefone im März 2004. Es sind die schlechtesten Modelle im Test. test-Urteil: Befriedigend. Note: 3,3. Schwachpunkt: die schlechte Übertragung.

Übertragung akzeptabel

Erfreulich: Das von Lidl angebotene Cocoon funktioniert besser. Übertragung: befriedigend. Das Telefon klingt voll und laut. Ein leichtes Rauschen, aber das stört kaum. Über den eingebauten Lautsprecher macht das Telefonieren dagegen wenig Spaß: Die Schaltpausen sind allzu deutlich: Wenn der Anrufer spricht, bleibt das Mikrofon des Angerufenen abgeschaltet. Und umgekehrt: Wenn der Angerufene spricht, bleibt der Lautsprecher stumm. Wie bei Funkgeräten. Semiduplex nennen die Experten dieses Verfahren. Erst mit Vollduplex macht Freisprechen wirklich Spaß: Dann können sich Anrufer und Angerufene auch gegenseitig ins Wort fallen. Schnurlose Telefone der Oberklasse arbeiten im Vollduplex-Verfahren.

Display schlecht

Klarer Schwachpunkt beim Cocoon: das Display. Es ist klein und schlecht zu lesen. Nur eine Zeile mit 12 Zeichen. Die werden aus sieben Segmenten aufgebaut. Das wirkt etwas ungehobelt - wie bei billigen Taschenrechnern. Außerdem zeigt das Cocoon keine Umlaute an. Das Blättern im Telefonbuch macht somit wenig Spaß. Ein Tribut an den Preis: Gute Displays sind der Telefon-Oberklasse vorbehalten. Das zeigt auch der große Test schnurloser Telefone im März 2004.

Preis und Leistung stimmen

Insgesamt ist das Cocoon 610 kein überragendes, aber ein annehmbares Telefon. Für seinen Preis macht das Telefon-Duo einen recht guten Job: Ungebunden durch die Wohnung und kostenlose interne Gespräche zwischen beiden Handapparaten. Die Akkus versorgen das Cocoon lange mit Strom: bis zu 15 Stunden Dauergespräch sind möglich. Laut Bedienungsanleitung gibt es das UCOM/Topcom 610 übrigens auch mit silbernem Gehäuse.

Alternative Philips

Eine Alternative zum Aktionsangebot von Lidl ist das Philips Kala 300. test-Urteil: gut. Note: 2,5. Es klingt besser als das Lidl-Telefon, kostet aber auch etwas mehr. Elektronikmärkte bieten das Philips Kala 300 im Zweierpack ab etwa 79 Euro an. Im Media Markt gibts das Philips Kala 300 laut Werbeprospekt derzeit sogar für 79 Euro mit drei Mobilteilen. Ein Schnäppchen.

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