Schneeschuhe Sohlen für tiefen Schnee

Sicheren Tritts durch unberührte Winterlandschaften ziehen – Schneeschuhwandern wird auch bei uns immer beliebter.

Inhalt

Zum Wandern braucht der Mensch die Beine. Was aber tun, wenn sie hoffnungslos im Schnee versinken? Ureinwohner Nordamerikas sollen sich als erste hölzerne Schneeschuhe gebastelt haben, um auch im Winter auf Nahrungssuche gehen zu können. Später haben Hannibals Soldaten auf ihren alpinen Exkursionen wintertaugliche Ledergebilde an den Füßen gehabt. Und bis heute durchstreifen Helfer der Bergwacht, Grenzschützer (und Schmuggler), Wildheger (und Wilderer) auf Schneeschuhen die unwegsame weiße Bergwelt.

Als Freizeitgerät ist die uralte Fortbewegungshilfe erst in den letzten Jahren aus den Bergen des Ursprungslandes zu uns gekommen und wird immer beliebter. In Wintersportorten werden Kurse und Wanderungen angeboten. Diese Art des Winterwanderns begeistert viele auch, weil es ohne großen Aufwand möglich ist. Schneeschuhe sind bequem im Kofferraum zu verstauen und nicht allzu teuer. Vielerorts kann man sie ausleihen.

Die Stiefel sollte man mitbringen: Solide Bergschuhe eignen sich am besten, klobige Alpinskistiefel taugen weniger zum Schneeschuhwandern. Als ständige Begleiter sollte man sich variable (etwas teurere) Teleskopskistöcke gönnen.

Angeboten werden Schneeschuhe in mehreren Bauarten, aus Kunststoff gegossen oder als bespannte Metallrahmen, mit Frontkrallen und zusätzlichen Spikes oder Harsch-Eisen. Riemen-, Clip- oder Ratschenbindungen halten die Stiefel. Wir sind mit sechs verschiedenen Allroundmodellen unterwegs gewesen. Auf Fehlkonstruktionen und Handhabungsprobleme ist die Testcrew „im Außendienst“ nicht gestoßen. Und den harten Haltbarkeitsprüfungen im Labor haben alle Modelle standgehalten.

Welcher Schuh für wen?

Vor allem jüngere Snowboarder benutzen möglichst leichte Schneeschuhe zum Aufstieg außerhalb der Pisten, um dann auf ihren schnellen Brettern durch unberührten Tiefschnee ins Tal zu rauschen. Für diese Gruppe von Aufsteigern eignen sich besonders die beiden „Leichtge­wichte“ MSR Denali Classic (1,7 Kilogramm) und TSL 225 (1,9 Kilogramm). Der Salomon X-Adventure gleicht sein etwas höheres Gewicht von 2,1 Kilogramm durch rundum gute Eigenschaften aus. Die Prüfer setzten ihn wegen seines Tragekomforts unter den sechs Testmodellen an die erste Stelle.

Den mit 1,5 Kilogramm leichtesten Schuh in unserer Auswahl, den TUBBS Discovery 27, empfiehlt unsere Testcrew als besser geeignet für eine gemütliche Tour in ebenem Gelände mit sehr tiefem Schnee. Er bot beim Queren von Hängen wenig Halt. Das gilt auch für den teuersten (245 Euro) und mit 2,5 Kilogramm schwersten Schuh, den TSL T33. Als auf die Dauer etwas anstrengend erwies sich der preisgünstige Morpho. Seine Form zwingt zu breitbeinigerem Gang. Allerdings bietet er neben Spikes eine gelenkentlastende Steighilfe.

Anders als die schnellen Snowboarder kommen zünftige Schneeschuhwande­rer meist in Gruppen in die Berge: Sie bringen mehr Zeit und oft auch schwere Rucksäcke mit. Für sie ist eher der Weg das Ziel, denn sie wollen vor allem hoch oben Winterlandschaft pur genießen, weitab vom Touristenrummel.

Nicht selten schleppen sie Biwak-Ausrüstungen mit und tauchen erst nach einigen Tagen der Bergeinsamkeit wieder in der Zivilisation auf. Dieser Gruppe bietet der MSR Denal Classic etwas Besonderes: Er kann dem Gewicht des Wanderers, der Schneeart und dem Gelände durch jeweils zehn Zentimeter lange Zusatzstücke angepasst werden.

Mit leichter Schaufel und Suchgerät

Für die Tagestour im tiefen Schnee sollten sich die Wanderer bis auf die stabileren Stiefel an die Kleiderordnung halten, die sich auch im Langlauf bewährt hat. Aber für ihre Sicherheit sollten vor allem hochalpine Tourengeher einiges mehr tun.

Der Deutsche Alpenverein empfiehlt als Mindestausstattung neben Reserve­kleidung, Sonnencreme und einer Thermosflasche mit heißem Getränk: Erste-Hilfe-Material, eine leichte Schaufel, Taschenlampe, Rettungsdecke oder Biwaksack und nicht zuletzt ein (funktionierendes) Verschütteten-Suchgerät. Und natürlich sollte man wissen, ob im Routengebiet Mobilfunk möglich ist.

Diese Aufzählung klingt beängstigend, und das schadet auch nicht: Dass die Lawinengefahr kein Hirngespinst ist, beweisen in jeder Wintersaison wieder neue Unfallmeldungen.

Mehr zum Thema

  • Skitourismus Immer teurer – auch für die Umwelt

    - Was kostet der Skispaß im Schnee? Unsere österrei­chische Part­ner­organisation hat die Preise für 100 Skigebiete verglichen.

  • Leichte Wanderschuhe im Test Diese Schuhe eignen sich für einfache Touren

    - Taugen Halb­schuhe für eine Berg­wanderung? Dieser Frage gingen mehrere unserer Part­ner­organisationen in einem europäischen Gemein­schafts­test nach, unter anderem das...