Wer als Kunde ein extrem günstiges Angebot findet, bei dem klar ist, dass ein Versehen des Anbieters dahinter steckt, darf daraus keinen Gewinn schlagen. So hat das Oberlandesgericht München einem Schnäppchenjäger das Geschäft vermiest (Az. 19 W 2631/02).

Er hatte im Internet einen First-Class-Flug nach Bangkok für sagenhafte 728 Euro entdeckt und zugeschlagen. Der Anbieter bestätigte die Buchung, focht sie aber gleich danach an. Der Preis gelte für einen Economy-Flug, nicht für First Class. Trotzdem buchte der Kunde das irrtümliche Angebot gleich noch mal, diesmal ohne Bestätigung.

Der Anbieter bot dem Kunden nun zwei Economy-Tickets zum Preis von einem an. Der lehnte ab und forderte die Firma auf, sich aus den ruinösen Angeboten freizukaufen. Die weigerte sich. Zu Recht, meinte das Gericht. Aus so einem Irrtum Kapital schlagen zu wollen, sei rechtsmissbräuchlich.

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