Schmerztherapie Meldung

Zu viel Diagnostik oder eine falsche Therapie kann zu chronischen Schmerzen führen. Das sagte Dr. Michael Strumpf vom Universitätsklinikum Bochum auf dem Deutschen Schmerzkongress in Berlin. "Die Dunkelziffer arztbedingter Schäden in der Schmerztherapie ist wahrscheinlich wesentlich höher als vielfach angenommen." So operiere bei Rückenschmerzen mancher Orthopäde zu früh, statt zum Beispiel auch psycholo-gische Faktoren zu berücksichtigen. Bei 60 Prozent der Operierten stelle sich keine Verbesserung ein, bei 20 Prozent werden die Schmerzen nach dem Eingriff sogar schlimmer. Eine Studie der Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft zeigte, dass drei Viertel der Verordnungen für Migräne-Patienten nicht den Leitlinien einer Migräne-Therapie entsprechen.

Eine englische Studie machte deutlich: Eine Überdiagnostik kann dazu führen, dass sich die Patienten noch mehr auf die Schmerzen fixieren. Rückenschmerz-Patienten, die geröntgt wurden, hatten nach drei Monaten stärkere Schmerzen als diejenigen, bei denen keine Röntgenaufnahmen gemacht wurden. Das Röntgen hatte keinen Einfluss auf die Therapie, war also anscheinend überflüssig.

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