Schmerzmittel beim Sport Meldung

Viele Langläufer wollen mit Medikamenten Schmerzen dämpfen, auch vorbeugend. Davor wird gewarnt.

Befragung. Viele Sportler nehmen vor Wettkämpfen Schmerzmittel ein – vorbeugend oder wegen bestehender Gelenkschmerzen. In der „Deutschen Apotheker Zeitung“ berichten Professor Kay Brune und Dr. Michael Küster vom Institut für Pharmakologie in ­Erlangen, dass laut einer Befragung beim Bonn-Marathon 2009 etwa zwei Drittel der Teilnehmer vor dem Start Schmerzmittel einnahmen. Diclofenac (50 Milligramm), Ibuprofen (400 Milligramm), Naproxen (500 Milligramm) seien zwar geeignet, Muskel- und Gelenkschmerzen zu lindern, aber die Einnahme sei grundsätzlich erst nach Ende eines Laufs sinnvoll.

Risiken. „Bedrückend“ sei, dass meist kein Expertenrat erfolge. Beim Lauf erhöhten Schmerzmittel die Durchlässigkeit des Magen-Darm-Trakts für Bakteriengifte. Sie bewirken Blutungen, auch in der Niere. Folge können Krämpfe, Durchfälle, „Sportleranämie“ (Blutarmut) sein.

Vorbeugen ohne Effekt. Eine US-Studie bestätigte keinen vorbeugenden Effekt auf Muskel- und Gelenkschmerzen und Laufleistung. Und bestehende Gelenk- und Muskelschmerzen sollten nicht überdeckt und verschlimmert werden. Richtig sei es, den Heilungsprozess abzuwarten.

Empfehlungen. Wenn nötig, dann sind nach dem Lauf die Wirkstoffe Diclofenac und Ibuprofen geeigneter als Azetylsalizylsäure (ASS), Piroxicam, Meloxicam und Naproxen. Parazetamol wirkt bei erlaubter Dosierung kaum. Hohe Dosen können zu Leberschäden führen. ASS erhöht die Blutungsneigung und behindert damit Operationen nach Stürzen (siehe auch Schmerzmittel ab Seite 88). Auch vorbeugend genommene Cox-2-Hemmer verstärken durch Salzmangel bedingte Herz-Kreislauf-Risiken. Der Sportler sollte dem Körper genügend Salz zuführen: Mineralwasser mit 1 bis 2 Gramm Natriumchlorid pro Liter.

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