Steck­brief: Azetylsalizylsäure (ASS) + Koffein

test-Bewertung

Wenig geeignet bei Schmerzen und Fieber. Nicht sinn­volle Kombination von Schmerz­mittel und Koffein. Letzteres belebt – was dazu verleiten kann, Präparate zu oft und zu lange zu nehmen. Dann steigt das Risiko für Neben­wirkungen.

Im Über­maß können rezept­freie Schmerz­mittel schwere Neben­wir kungen verursachen. Daher: ASS nicht mit anderen Schmerz­mitteln kombinieren; ohne ärzt­lichen Rat höchs­tens vier Tage in Folge und zehn Tage im Monat nehmen.

Präparate

Aspirin Coffein; Doppel Spalt compact; Eudorlin Schmerz­tabletten.

Wirk­stoff­gruppe

ASS ist eng verwandt mit den nicht­steroi­dalen Antirheumatika (NSAR). Koffein, der Haupt­wirk­stoff von Kaffee, zählt zu den anregenden Substanzen (Stimulanzien).

Wirk­weise

ASS hemmt die Bildung von Prosta­glandinen – Schmerzboten­stoffe mit weiteren Aufgaben im Körper. Koffein wirkt im Hirn anregend und kann den Herz­schlag beschleunigen. In Kombimitteln können Neben­wirkungen beider Stoffe auftreten.

Alternativen

Geeignete Schmerz­mittel und Fiebersenker, etwa ASS allein.

Neben­wirkungen

  • Magen­beschwerden; diese legen sich meist beim Absetzen.
  • Magen­geschwüre und -blutungen.
  • stark und lang erhöhtes Blutungs­risiko. Arzt daher vor OPs möglichst über die Einnahme von ASS informieren; kein ASS in den Tagen vor geplanten OPs nehmen.
  • Asthma und Allergien – dann Mittel absetzen. Bei schwerem Verlauf, etwa mit Atemnot oder Schock, Notruf 112 wählen.
  • Zu weiteren möglichen Neben­wirkungen von ASS zählen Störungen der Leber.
  • Alle Schmerz­mittel können selbst Kopfweh sowie Nierenschäden verursachen.
  • Koffein kann zu Unruhe, Schlaflosig­keit, Herz­rasen, Zittern führen.

Bei Verdacht auf Neben­wirkungen zum Arzt.
Hinweise für Magenschäden:
Starker Schmerz im Oberbauch, dunkler Stuhl, blutiges Erbrechen, auffällige Schwäche, Blässe.
Hinweise für Nierenschäden: Nieren­schmerz, Blut im Urin, Wasser­ansamm­lungen im Körper, etwa geschwollene Beine.

Wechsel­wirkungen

  • Erhöhte Magenrisiken, wenn zusätzlich zu ASS verwandte Mittel einge­nommen werden. Dazu zählen etwa Diclofenac, Ibuprofen, Celecoxib.
  • Magen- und Blutungs­risiken können steigen bei zusätzlicher Einnahme von Kortison (innerlich), manchen Antide­pressiva (wie Citalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin, Sertralin), Gerinnungs­hemmern (etwa Phen­procoumon, Warfarin, Clopidogrel).
  • Die Wirkung blut­druck­senkender Mittel kann abnehmen.
  • Einige weitere Wechsel­wirkungen mit ASS sind möglich, vor allem verstärkt es die Effekte vom Krebs- und Rheuma­mittel Methotrexat.
  • Koffein kann die Wirkung von Schlaf- und Beruhigungs­mitteln verringern. Ferner erhöht es einen beschleunigten Herz­schlag infolge von anderen Medikamenten. Dazu zählen Schild­drüsenhormone oder Ephedrin.

Die Kombination dieser Arznei­mittel möglichst vermeiden; bei Verdacht auf Wechsel­wirkungen zum Arzt gehen.

Einnahme tabu

  • Bei bestehenden Magen- oder Darm­geschwüren.
  • Wenn jemand nach Einnahme von ASS oder verwandten Wirk­stoffen schon Asthma oder allergische Reaktionen hatte.
  • Bei Herz­schwäche, Leber-, Nierenschäden (jeweils schwer).
  • Bei krankhaft erhöhter Blutungs­neigung.
  • Bei Patienten, die Methotrexat ab einer gewissen Wochendosis bekommen.
  • Patienten mit Herz­rhythmus­störung, Schild­drüsen­über­funk­tion, Schlaf­problemen oder Angst­erkrankungen sollten koffeinhaltige Präparate nicht oder nur nach ärzt­licher Rück­sprache nehmen – Verstärkung der Beschwerden möglich.

Wer früher Magen­geschwüre hatte oder allgemein an Asthma, Allergien oder leichteren Formen von Herz­schwäche, Nieren- oder Leberschäden leidet, nimmt Mittel mit ASS am besten nur nach ärzt­licher Rück­sprache. Das gilt auch für Patienten, die Gerinnungs­hemmer bekommen.

Anwendung

Die Präparate sind eventuell nied­riger zu dosieren als Präparate mit ASS allein – Beipack­zettel beachten. Tabletten immer mit einem großen Glas Wasser nehmen.

Bei Kindern

Für Kinder unter 12 nicht vorgesehen. Geeignet: die Wirk­stoffe Paracetamol und Ibuprofen.

Bei Schwangeren, Stillenden

Nicht anwenden, vor allem nicht im letzten Schwanger­schafts­drittel. Möglich sind Paracetamol und Ibuprofen – im letzten Schwanger­schafts­drittel nur Paracetamol.

Bei Älteren

Menschen ab etwa 60 scheiden ASS verlang­samt aus. Das erhöht Wirkungen und Neben­wirkungen wie Magen­bluten. Daher Kombiprä­parate möglichst nied­rig dosieren.

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TestSchmerz­mittel28.08.2018
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