Für Menschen mit Schmerzen ein Segen: Schmerz­mittel. Sie gibt es zum Beispiel als Brause­tablette.

Die Auswahl an rezept­freien und verschreibungs­pflichtigen Schmerz­mitteln ist groß. Viele sind laut Bewertung der Stiftung Warentest geeignet. Doch gilt es, einige Regeln zu beachten – für eine bessere Wirk­samkeit und zum Schutz vor Neben­wirkungen. Unsere Arznei­mittel­experten geben einen Über­blick zu Schmerz­mitteln – von rezept­freien Varianten wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Paracetamol über den neuen Hoff­nungs­träger Cannabis bis hin zu starken Opioiden wie Morphin.

Kompletten Artikel freischalten

TestSchmerz­mittel im Test25.02.2020
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 5 Seiten).

Schmerz­mittel – ein Über­blick

Er kann bohren, klopfen, pochen, drücken, stechen, brennen, kribbeln, elektrisieren. Also auf vielerlei Weise höllisch weh tun. Schmerz erfüllt einen wichtigen Zweck, eigentlich. Akut weist er als Alarm­signal auf Erkrankungen oder Verletzungen hin und vergeht im Zuge der Heilung wieder. Doch bis dahin kann er Patienten enorm quälen – und sie im ungüns­tigen Fall für lange Zeit begleiten, also chro­nisch werden. Teils liegt das daran, dass das Grund­übel nicht aufhört. Teils kann sich allzu häufiger oder heftiger Schmerz aber auch verselbst­ständigen. Dann bleibt er bestehen, obwohl sich kein Auslöser mehr findet.

Schmerz­mittel helfen, bergen aber Risiken

Medikamente können die Pein wirkungs­voll lindern. Ein Schema der Welt­gesund­heits­organisation (WHO) teilt sie je nach Stärke grob in drei Stufen ein:

Nicht-Opioide – Wirk­stoffe wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Paracetamol

Schwache Opioide – Wirk­stoff etwa Codein, Tramadol, Tilidin

Starke Opioide – Wirk­stoff etwa Morphin, Buprenorphin, Fentanyl, Oxycodon

Viele der Wirk­stoffe aus dem Stufenschema sind hilf­reich gegen Schmerzen und laut Bewertung der Stiftung Warentest geeignet. Doch können die Mittel Neben­wirkungen verursachen. Bei nicht-opioiden Wirk­stoffen stehen körperliche Schäden im Vordergrund; bei Opioiden geht es vor allem – wenn auch nicht nur – um psychische Folgen. Unsere Experten geben Hinweise zur sicheren Einnahme von Schmerz­mitteln.

Hier setzen die Schmerz­mittel an

nach oben

Schmerz­mittel – geprüft von Stiftung Warentest

Schmerz­mittel-Test: Sie haben die Wahl

Unsere Medikamentenbe­wertungen stehen Ihnen in zwei Varianten zur Verfügung:

Heft­artikel. Sie sind an einem schnellen Über­blick über die besten Schmerz­mittel interes­siert? Dann schalten Sie hier das PDF zum Testbe­richt aus test 3/2020 frei. Wir informieren darin in Tabellenform zu den verschiedenen rezept­freien und rezept­pflichtigen Wirk­stoffen plus zugehörigen Präparaten und test-Bewertungen. Außerdem geben wir Hinweise zur sicheren Einnahme und zur aktuellen „Opioidkrise“.

Medikamenten-Daten­bank. Sie wollen es ganz genau wissen? Vertiefte Informationen und Bewertungen zu mehr als 9 000 Medikamenten für 132 Krankheiten – darunter auch Schmerzen – bietet unsere Daten­bank Medikamente im Test. Als Flatrate-Nutzer oder nach Frei­schaltung im Einzel­abruf erhalten Sie Zugriff auf die gesamte Daten­bank. Die Gesund­heits­experten der Stiftung Warentest erklären, welche rezept­freien und rezept­pflichtigen Medikamente gegen bestimmte Beschwerden am besten helfen. Die Arznei­mittel­preise in der Daten­bank sind stets aktuell – und wir verraten, wie Sie beim Medikamentenkauf Geld sparen können.

nach oben

Rezept­freie Schmerz­mittel – ASS, Ibuprofen, Diclofenac, Paracetamol und Co

Viele nicht-opioide Schmerz­mittel sind rezept­frei erhältlich und hemmen die Bildung von Prosta­glandinen. Diese Boten­stoffe entstehen nach Gewe­beschäden und begüns­tigen Schmerzen, entzündliche Reaktionen und Fieber. Allerdings haben Prosta­glandine im Körper auch positive Effekte, etwa für Niere, Magen, Herz und Kreis­lauf. Diese Wirkungen können die Schmerz­mittel aushebeln, mit leichten Unterschieden von Substanz zu Substanz. Manche Wirk­stoffe erhöhen laut neueren Studien das Risiko für Herz­infarkt und Schlag­anfall, darunter altbekannte wie Ibuprofen – und wohl nochmals stärker – Diclofenac. Acetylsalicylsäure (ASS) hingegen schlägt vor allem auf den Magen. Ein weiterer Klassiker, Paracetamol, wirkt über etwas andere Mecha­nismen – und kann im Über­maß ernste Leberschäden nach sich ziehen.

Vorsicht bei rezept­freien Schmerz­mitteln

Ab und an eine rezept­freie Schmerz­tablette zu schlu­cken ist kein Problem – dann aber lieber keine Kombimittel, etwa aus verschiedenen Schmerzmitteln oder Schmerzmitteln plus Coffein, raten unsere Arznei­mittel­experten. So ein Mix bietet keinen zusätzlichen therapeutischen Vorteil, erhöht aber das Risiko für Neben­wirkungen. Grund­sätzlich sind bei jeder Selbst­medikation die Beipack­zettel sowie bestimmte Grenzen zu beachten.

Die Faust­regel: Schmerz­mittel ohne ärzt­lichen Rat höchs­tens vier Tage am Stück und zehn Tage im Monat nehmen.

nach oben

Rezept­pflichtige Schmerz­mittel – auch hier Regeln beachten

Auch bei verordneten Schmerz­mitteln – wie manchen höher dosierten nicht-opioiden Wirk­stoffen – zählen zum Schutz vor Neben­wirkungen Sicher­heits­regeln. Unter anderem sollten Ärzte bei der Auswahl Vorerkrankungen des Patienten berück­sichtigen und den Erfolg und die Verträglich­keit der Medikamente regel­mäßig über­prüfen – und auch, ob sie noch notwendig sind. Oft lassen sich Schmerz­mittel einsparen, etwa durch die Behand­lung der Grund­erkrankung, ergänzende Medikamente und allgemeine Maßnahmen wie Physio­therapie.

Tipp: Mehr zur Schmerz­therapie erfahren Sie in unserer Arzneimitteldatenbank, auch zu speziellen Schmerz­erkrankungen wie Kreuz- und Rückenschmerzen, Arthrose und rheumatoide Arthritis, Migräne oder Nerven­schmerzen (Neuropathien).

Mögliche Abhängig­keit durch Opioide

Wohin ein über­mäßiger Einsatz von Schmerz­mitteln führen kann, zeigt die „Opioidkrise“ in den USA. Dort wurden massenhaft Menschen abhängig von Opioiden. Diese Stoffe vermitteln viele ihrer Effekte im Rückenmark und Gehirn. Eigentlich sind sie vor allem für schwerste Schmerzen gedacht – mit Sicherheitsregeln wegen der Sucht­gefahr. Doch in den USA wurden sie seit den 1990er Jahren zu leicht­fertig verschrieben, sagt Professor Christoph Maier im Interview. Der lang­jährige leitende Arzt an der Schmerz­klinik der Uni Bochum ist Mitglied im Arznei­mittel­experten­kreis der Stiftung Warentest. Auch in Deutsch­land dürften Ärzte Opioide nur acht­sam verordnen – aber auch nicht verteufeln. „Bei Schmerzen durch Krebs, in der Akut- und Notfall­medizin und für schmerzarmes Operieren sind Opioide oft unver­zicht­bar.“

Multimodale Schmerz­therapie

Schmerzen, insbesondere chro­nische, zu behandeln, ist nicht ganz einfach. Nicht immer kommen Ärzte inner­halb ihrer Fach­disziplin zum Erfolg. Reichen reguläre Therapien nicht, empfiehlt sich ein Besuch bei spezialisierten Schmerz­therapeuten – ambulant oder in einer Klinik. Adressen vermittelt etwa die Deutsche Schmerzliga. Die Behand­lung verläuft dann oft „multimodal“. Das heißt: Ärzte prüfen fach­über­greifend die Ursachen und kombinieren je nach Bedarf Therapien, etwa Wärme oder Kälte, Entspannungs- und Bewegungs­training, psycho­logische Unterstüt­zung. Auch Medikamente haben durch­aus ihren Platz, etwa für den Über­gang, bis andere Maßnahmen wirken – also als Teil eines Gesamt­konzepts.

nach oben

Sonderfall: Cannabis gegen Schmerzen

Unter bestimmten Umständen gibt es Cannabis auch bei Schmerzen auf Rezept.

Seit 2017 erstatten Krankenkassen Kosten für Cannabis bei verschiedenen ernsten Erkrankungen, wozu auch Schmerzen zählen können – doch nur unter bestimmten Bedingungen, etwa dass andere Behand­lungen nicht ausreichend gewirkt haben oder laut begründeter Einschät­zung des Arztes nicht möglich sind. Zu den Risiken zählen psychische Neben­wirkungen. Ob ein Therapie­versuch infrage kommt, müssen Patienten mit ihrem Arzt besprechen. Alle Infos zu diesem Thema stehen in unserem Special Cannabis auf Rezept.

nach oben

Das Thema Schmerz­mittel wird regel­mäßig aktualisiert, zuletzt am 25. Februar 2020. Zuvor gepostete Nutzer­kommentare beziehen sich auf eine frühere Fassung.

Jetzt freischalten

TestSchmerz­mittel im Test25.02.2020
1,50 €
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 5 Seiten).

Wie möchten Sie bezahlen?

  • Unser Tipp
    test.de-Flatrate

    Freier Zugriff auf alle Testergebnisse und Online-Artikel für 7,90 € pro Monat oder 54,90 € im Jahr. Abonnenten von test oder Finanztest zahlen die Hälfte.

    Flatrate neu erwerben

  • Diesen Artikel per Kreditkarte kaufen
  • Diesen Artikel per PayPal kaufen
  • Diesen Artikel per Handy kaufen
  • Gutschein einlösen
Preise inkl. MwSt.
  • kauft alle Testprodukte anonym im Handel ein,
  • nimmt Dienstleistungen verdeckt in Anspruch,
  • lässt mit wissenschaftlichen Methoden in unabhängigen Instituten testen,
  • ist vollständig anzeigenfrei,
  • erhält nur knapp 5 Prozent ihrer Erträge als öffentlichen Zuschuss.

Dieser Artikel ist hilfreich. 153 Nutzer finden das hilfreich.