Schmerzmittel Meldung

Rezeptfreie Schmerzmittel gelten als harmlos und werden daher oft leichtfertig verwendet. Doch das birgt Gefahren.

Sorglos. Zu viel, zu oft, zu lange – die Deutschen gehen allzu unbekümmert mit Schmerzmitteln um, meint das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. „Weil es sie ohne Rezept gibt, gelten sie als harmlos“, erklärt Sprecher Maik Pommer. „Doch können sie bei übermäßigem Gebrauch schwere Nebenwirkungen verursachen.“ Gefürchtet seien Nierenschäden sowie Magengeschwüre und -blutungen durch Azetylsalizylsäure, Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen. Daher will das Bundesinstitut die rezeptfrei verkäuflichen Packungsgrößen auf eine Viertagesdosis begrenzen, ebenso die von Phenazon und Propyphenazon. Wohl Ende Februar wird ein Ausschuss dazu beraten.

Gedeckelt. Eine Höchstgrenze gibt es schon beim Schmerzmittel Paracetamol. Es ist seit 2009 nur noch in Packungen bis zu 10 Gramm rezeptfrei erhältlich. Denn es kann die Leber lebensbedrohlich schädigen. Und seit 2010 diskutieren Forscher, ob es bei Schwangeren und Kleinkindern riskanter ist als gedacht. Denn es verursacht beim Nachwuchs laut neuen, aber nicht ganz eindeutigen Studien womöglich Asthma und Hodenhochstand. Vor diesem Hintergrund wird der Ausschuss voraussichtlich auch beraten, ob Paracetamol komplett unter die Rezeptpflicht fällt.

Aufgeklärt. Die Entscheidungen des Gremiums bleiben abzuwarten. „In jedem Fall sollten Patienten ihren Schmerzmittelgebrauch hinterfragen“, findet Pommer. So sieht das auch die Stiftung Warentest.

Tipp: Richtig eingenommen, sind rezeptfreie Schmerzmittel gut verträglich. Verwenden Sie sie in der empfohlenen Menge, höchstens vier Tage lang und zehn Tage im Monat. Wenn Sie dann noch Beschwerden haben, gehen Sie zum Arzt. Infos zu einzelnen Schmerzmitteln finden Sie im „Handbuch Rezeptfreie Medikamente“ und unter www.medikamente-im-test.de. Dort erklären wir alle oben genannten Risiken einschließlich der Beweislagen aus Studien. Das Wissen hilft beim Umgang mit den Mitteln.

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