Schmerzmittel Test

Akute Schmerzen sind Warnsignale für Fehlfunktionen. Um dauerhaft schmerzfrei zu sein, müssen die Ursachen behoben werden. Kurzfristig können Medikamente lindern: Hier finden Sie geeigne­te preiswerte gegen Kopf- und Rheumaschmerzen.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test Schmerzmittel.

Kein Symptom tritt öfter auf als der Schmerz. „Oh, Schmerz lass nach“ ist jeden Tag der Wunsch von Millionen Menschen. Fast 70 Prozent der Bevölkerung schmerzt zum Beispiel gelegentlich der Rücken. Kopfschmerzen hat ohnehin jeder irgendwann einmal. Wie Schmerzen peini­gen können, weiß jeder, der einmal länger unter Zahnschmerzen leiden musste.

Schmerz als unerbittlicher Diktator

In der Literatur wird Schmerz als unerbittlicher Diktator beschrieben, der den Alltag vieler bestimmt. Akute Schmerzen warnen vor Gefahren, signalisieren Verletzungen. „Chronisch“ sind Schmerzen, die länger als sechs Monate anhalten oder immer wiederkehren. Sie haben ihre Warnfunktion verlo­ren, der Schmerz hat sich verselbstständigt. Mit dem Alter nehmen chronische Schmerzen zu: Bei 40- bis 60-Jährigen klagt jeder Fünfte darüber, ab dem 75. Lebensjahr bereits fast jeder Zweite.

Vor- und Nachteile der Wirkstoffe

Bei banalen Kopfschmerzen muss nicht sofort eine Tablette genommen werden. Oft hilft schon ein Spaziergang. Ätherisches Öl wie Pfefferminzöl (Präparat Euminz), auf Stirn und Schläfen verteilt, wirkte in einer Studie gegen gelegentlich auftretenden Spannungskopfschmerz ebenfalls gut. Auf Kosten der Krankenkassen werden leichte Schmerzmittel nur noch selten verordnet. Der Betroffene muss sie selbst in der Apotheke kaufen. Der Jahresumsatz von Schmerzmitteln für den Hausgebrauch liegt pro Jahr bei etwa 500 Millionen Euro. Bei Billiganbietern kostet eine Schmerztablette zum Beispiel um die 5 Cent pro Stück (siehe Tabelle Schmerzmittel). Beim Kauf sind aber nicht nur Preise zu beachten. Denn die Wirkstoffe gegen Schmerz haben zum Teil unterschiedliche Eigenschaften.

Je nach Schmerzart und Situation des Betroffenen kann und sollte er wählen: 

  • Entzündungsbedingte Schmerzen, zum Beispiel bei grippalen Infekten, lindern Azetylsalizylsäure (ASS) und Ibuprofen gleichermaßen. Ibuprofen ist für viele die bessere Wahl, da es Magen und Darm weniger belastet als ASS. Bei Ibuprofen kommt es seltener zu (Magen-) Blutungen.
  • Muss ein Schmerzmittel längere Zeit eingenommen werden – wie bei Gelenkbe­schwerden –, kommt Ibuprofen infrage, aber auch Diclofenac und Naproxen.
  • ASS wiederum darf Kindern mit Schmerzen und Fieber bis zum 12. Lebensjahr auf keinen Fall gegeben werden. Es besteht das Risiko des Reye-Syndroms – ein lebensgefährlicher Leberschaden und Symptome von Hirnhautentzündung. Bei Kindern ist Ibuprofen oder Parazetamol angesagt.
  • Sind Schmerzen nicht auf eine Entzündung zurückzuführen, empfiehlt sich Parazetamol, auch bei Kindern. Es ist auch eine Alternative zu ASS bei älteren Menschen, wenn ASS bei ihnen eine Blutungsneigung der Magenschleimhäute ausgelöst hat.

Sehr ernst zu nehmen ist die Wirkung von Parazetamol auf die Leber. Dieser Wirkstoff muss genau dosiert werden. Wer Alkohol trinkt oder eine geschädigte Leber hat, sollte Parazetamol nicht einnehmen.

Anwendungsbeispiele

Kopfschmerzen: Ibuprofen, Azetylsalizylsäure (ASS) und Parazetamol. Für Ältere und Magenempfindliche: Parazetamol. Ibuprofen ist etwas besser verträglich als ASS.

Zahnschmerzen: Es eignen sich Ibuprofen und Parazetamol. ASS besser nicht einsetzen, da es die Blutgerinnungszeit verlängert – problematisch beim Zahnziehen.

Regelschmerzen: Ibuprofen oder Naproxen gleich zu Beginn der Beschwerden anwenden. ASS belastet den Magen mehr, kann die Blutung verlängern.

Spalt und Thomapyrin wenig geeignet

Geeignete Mittel mit nur einem Wirkstoff sind vorzuziehen (siehe Tabelle). Wirkstoffmixturen verstärken die Risiken einer Medikamenteneinnahme und/oder tragen nicht zur besseren Wirksamkeit bei. Wenig geeignet sind zum Beispiel Spalt Schmerztabletten. Die Kombination aus ASS und Parazetamol bietet keinen zusätzlichen therapeutischen Vorteil. Das gilt auch für Thomapyrin Classic Schmerztabletten, die ebenfalls ASS und Parazetamol enthalten, außerdem Koffein. Koffein kann als psychisch aktivierender Stoff nach Meinung vieler Wissenschaftler zur missbräuchlich häufigen Nutzung von Schmerzmitteln beitragen. Folge können Nierenschäden sein. Wenn Kopfschmerzmittel an mehr als zehn Tagen im Monat eingenommen werden, kann ein „Schmerzmittelkopfschmerz“ entstehen.

Was bei Rheuma hilft

Bewegungstherapie ist die beste Maßnahme gegen den Abbau von Gelenkknorpel. Sie gelingt nur, wenn Schmerzen erträglich sind – zum Beispiel durch nichtsteroidale Anti­rheumatika (NSAR). Obwohl viele Menschen mit chronischen Gelenkbe­schwer­den sie dauerhaft benötigen, wird empfohlen, sie nur bei Bedarf anzuwenden und in ge­ringst­möglicher Dosierung. Magenempfindliche können zusätzlich Mittel zum Schutz der Magenschleimhaut erhalten. Neben schädlichen Wirkungen auf Magen und Darm können NSAR bei hoher Dosierung und langer Anwendungsdauer Herz- und Kreislauf-Risiken erhöhen.

Gegen rheumatoide Arthritis: Methotrexat hemmt in der Dosierung eines Basismittels die Vermehrung der Entzündungszellen. Sulfasalazin ist ein geeignetes Basismittel, um eine nicht so schwer verlaufende rheumatoide Arthritis zu behandeln.

Für entzündungshemmende Salben, Cremes und Gele mit Schmerzwirkstoffen, die bei Gelenkschmerzen auch geschluckt werden, ist die Eignung zur alleinigen Therapie chronischer Gelenkbeschwerden nicht ausreichend nachgewiesen. Sie können unterstützend eingesetzt werden (siehe www.medikamente-im-test.de).

Dieser Artikel ist hilfreich. 490 Nutzer finden das hilfreich.