Chronische Schmerzen: Aktiv bleiben

Schmerzmittel Test

Auch „geeignete“ Schmerzmittel bieten meist nur eine Problemlösung auf Zeit. Oft sind die Lebensumstände zu ändern. Bei chronischen Schmerzen heißt es, die Schmerzmitteleinnahme zu begrenzen, zudem ist körperliche Bewegung besonders wichtig – Gymnastik, Sport, Übungen aus der Physiotherapie. Auch Entspannungstechniken können helfen.

Eine Schmerzkrankheit erwächst aus einem Geflecht von Bedingungen, die sich gegenseitig unterhalten und verstärken. Dann muss unter ärztli­cher Leitung eine spezielle Schmerztherapie durchgeführt werden – mit verschiedenen Medikamentengruppen und ergänzenden Maßnahmen ohne Medikamente.

Schonhaltung vermeiden. Bei chronischen Schmerzen, die nicht (mehr) mit einer Gewebeschädigung in ­Zusammenhang gebracht werden können, sollte auf Physiotherapie, Massagen, Wärme­an­wendun­gen, Entspannungstechniken und psychotherapeutische Hilfen gesetzt werden, fordert der Ergotherapeut Albert Hefele aus Günzburg in der Fachzeitschrift „ergopraxis“. Kombi­nierte Behandlungsansätze verbesserten den Erfolg, minderten typische Re­aktionen von Schmerzpatienten wie Schon- und Vermeidungshaltung bei Sport und Aktivitäten, Immobilität, Rückzug aus sozialen Kontakten, verminderte Konzentrationsfähigkeit.

Gegen das „Schmerzgedächtnis“. Laut Hefele geht es darum, gegen das „Schmerzgedächtnis“ anzugehen: „Ob Schmerzen chronisch werden oder nicht, hängt auch davon ab, wie mit dem Schmerz umgegangen wird.“ Sein Rat: Dem Schmerz nicht das Feld überlassen. Er soll nicht zum beherrschenden Thema werden. Patient und Therapeut könnten gemeinsam Strategien erarbeiten.

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