Steck­brief: Phenazon

test-Bewertung

Wenig geeignet bei Schmerzen und Fieber. Die therapeutische Wirk­samkeit und die Risiken sind schlecht untersucht. Bei Migräne mit Einschränkung geeignet. Derzeit belegt erst eine einzige Studie die Wirkung beim akuten Anfall. Zu den Risiken im Vergleich zu geeigneten Schmerz­mitteln ist wenig bekannt.

Im Über­maß können rezept­freie Schmerz­mittel schwere Neben­wir kungen verursachen. Daher: Phenazon nicht mit anderen Schmerz­mitteln kombinieren; ohne ärzt­lichen Rat höchs­tens vier Tage in Folge und zehn Tage im Monat nehmen.

Präparate

Migräne Kranit.

Wirk­stoff­gruppe

Pyrazole – wie auch Propyphenazon (rezept­frei) und Metamizol (rezept­pflichtig).

Wirk­weise

Genauer Wirk­mecha­nismus unklar.

Alternativen

Geeignete Mittel gegen Schmerzen, Fieber und Migräne wie Ibuprofen.

Neben­wirkungen

  • Allergische Reaktionen – dann Mittel absetzen. Bei schwerem Verlauf, etwa mit Atemnot oder Schock, sofort Notruf 112 wählen.
  • Blut­bildungs­störungen sind möglich, vor allem die Verringerung von weißen Blutkörperchen, die bei der Infekt­abwehr eine wichtige Rolle spielen.
  • Alle Schmerz­mittel können selbst Kopfweh sowie Nierenschäden verursachen.

Bei Verdacht auf Neben­wirkungen zum Arzt.
Hinweise für Blut­bildungs­störung:
etwa Fieber mit Halsweh und Schüttelfrost. Hinweise für Nierenschäden: Nieren­schmerz, Blut im Urin, Wasser­ansamm­lungen im Körper, etwa geschwollene Beine.

Wechsel­wirkungen

  • Die Pille zur Empfäng­nisverhütung sowie manche Blut­druck- und Herz­mittel (Beta­blocker und Kalzium­antago­nisten) verringern die Ausscheidung von Phenazon. Das verlängert die Wirkung und begüns­tigt Neben­wirkungen.
  • Der Abbau von Gerinnungs­hemmern wie Warfarin wird durch Phenazon beschleunigt. Das kann den Schutz etwa vor Herz­infarkt und Schlag­anfall verringern.

Die Kombination dieser Arznei­mittel möglichst vermeiden; bei Verdacht auf Wechsel­wirkungen zum Arzt gehen.

Einnahme tabu

  • Bei bekannter Allergie gegen Phenazon oder verwandte Stoffe.
  • Wenn die Bildung des roten Blut­farb­stoffs schwerwiegend gestört ist (akute hepatische/inter­mittierende Porphyrie).

Wer an anderen Blut­bildungs­störungen oder allgemein an Asthma oder Allergien leidet, sollte Phenazon nur nach ärzt­licher Rück­sprache nehmen.

Anwendung

Erwachsene und Jugend­liche ab 15 nehmen 500 bis 1000 mg (1 bis 2 Tabletten oder Zäpf­chen) – bei Migräne die höhere Dosis. Die nächste Dosis darf frühestens nach vier Stunden erfolgen. Maximale Tages­dosis: 4000 mg.

Bei Kindern

Die Tabletten sind laut Beipack­zettel erst ab 12 Jahre, die Zäpf­chen sogar erst ab 15 Jahre einsetz­bar. Geeignete Alternativen für Kinder: Ibuprofen, Parazetamol.

Bei Schwangeren, Stillenden

Phenazon nicht anwenden. Möglich sind Parazetamol und Ibuprofen – im letzten Schwanger­schafts­drittel nur Parazetamol.

Bei Älteren

Phenazon wirkt bei älteren Menschen länger. Daher in möglichst geringer Dosis einnehmen – etwa nur 500 mg als Einzel­dosis und nicht mehr als 2000 mg pro Tag.

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