Ein Frauen­arzt muss 20 000 Euro Schmerzens­geld an eine Patientin zahlen, bei der zu spät Brust­krebs diagnostiziert wurde, entschied das Ober­landes­gericht in Hamm (Az. 3 U 57/13). Bei der heute 66-jährigen Frau war 2001 eine Mammografie durch­geführt worden. Die nächste Röntgen­unter­suchung der Brust empfahl der Arzt erst neun Jahre später. Dabei wurde im Jahr 2010 ein Tumor in der Brust entdeckt – Lymph­knoten waren auch befallen.

Die Patientin musste sich einer Operation, einer Strahlen- und Chemo­therapie unterziehen. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Krebs hätte früher erkannt werden können. Der Arzt habe einen groben Behand­lungs­fehler gemacht, weil er seiner Patientin nicht früher zu einer Mammografie riet.

Wäre der Krebs 2008 erkannt worden, hätten sich wahr­scheinlich noch keine Metastasen gebildet. Die Operation wäre viel kleiner ausgefallen und eine Chemo­therapie vielleicht unnötig gewesen.

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