Schmerzensgeld Meldung

Unfallopfer dürfen wegen ihrer Leiden Schmerzensgeld fordern. Wird das Leiden dadurch noch verstärkt, dass die Haftpflichtversicherung des Täters die Zahlungen verschleppt, kann das Opfer sogar einen Aufschlag fordern. Das entschied das Landgericht Saarbrücken (Az. 15 O 121/97).

Das Gericht hatte die Aachener und Münchener Versicherung zunächst verurteilt, einem Mädchen Schmerzensgeld zu zahlen, das bei einem Autounfall schwer verletzt worden war. Die Höhe der Entschädigung wurde offen gelassen. Die folgenden Verhandlungen über die Auszahlungssumme zog die Versicherung jedoch in die Länge und berief sich dabei auf Vorerkrankungen des Kindes und Mitverschulden bei dem Unfall. Binnen zwei Jahren zahlte die Versicherung nur nach langem Hin und Her 13.000 Mark, später noch einmal 77.000 Mark. Weitere Zahlungen lehnte sie ab.

Daraufhin verklagte der Anwalt des Kindes die Aachener und Münchener, mindestens weitere 210.000 Mark Schmerzensgeld zu zahlen. Die Saarbrücker Richter sprachen dem Mädchen daraufhin diesen Betrag zu. Dabei betonten sie im Urteil, dass die Versicherung 50.000 Mark davon allein wegen der "zu zögerlichen" Regulierung zahlen muss.

Das Landgericht folgte damit der Rechtsprechung des Oberlandesgerichts Nürnberg, das in zwei vergleichbaren Fällen ebenfalls Versicherer mit Aufschlägen abstrafte (Az. 11 U 267/95 und 6 U 3535/96).

Dieser Artikel ist hilfreich. 206 Nutzer finden das hilfreich.