Schlussverkauf Meldung

„Vom Umtausch ausgeschlossen.“ Solche Schilder hängen während des Schlussverkaufs über vielen Grabbeltischen. Allzu wörtlich brauchen Kunden das aber nicht zu nehmen. Gemeint ist nur der Kulanzumtausch. Schuhe zum Beispiel dürfen also nicht einfach deshalb zurückgegeben werden, weil sie zu eng sind.

Fehlerhafte Ware darf der Kunde aber reklamieren, denn auch bei Sonderangeboten gelten zwei Jahre gesetzliche Gewährleistung auf das komplette Produkt – lediglich Verschleißteile, die der üblichen Abnutzung unterliegen wie etwa Schuhsohlen, sind ausgenommen. Liegt ein Fehler vor, hat der Kunde folgende Rechte:

Anspruch auf Lieferung einer mangelfreien Ware. Der Verkäufer kann das nur ablehnen, wenn eine Ersatzlieferung unmöglich ist, zum Beispiel bei Antiquitäten, oder wenn Ersatz nur zu unverhältnismäßigen Kosten zu beschaffen wäre, zum Beispiel weil das Staubsaugermodell gar nicht mehr gebaut wird und einzeln angefertigt werden müsste. Dann darf der Händler zwei Reparaturversuche unternehmen. Schlagen beide fehl, kann der Kunde entweder einen Preisnachlass aushandeln oder vom Vertrag zurücktreten: also Ware zurück und Geld zurück. Dabei braucht er sich nicht mit einem Gutschein abspeisen zu lassen.

Bei Zweiter-Wahl-Ware darf der Umtausch für die Fehler ausgeschlossen werden, die der Händler ausdrücklich genannt hat. Aber: Sind die Schuhe wegen einer Verfärbung im Leder herabgesetzt, darf der Kunde sie dennoch reklamieren, wenn nach wenigen Monaten die Nähte platzen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 647 Nutzer finden das hilfreich.