Kurse suchen und finden: Das Ziel anpeilen

Seit 2002 untersucht die Stiftung Warentest die Qualität von Weiterbildungen. Doch nicht jeder Kurs kann getestet werden. Wer Infos und Anbieter vorab gut prüft, beugt einem Reinfall vor.

Bei der Weiterbildung haben Lerner die Qual der Wahl. Etwa 17 000 Bildungsinstitute gibt es und Schätzungen zufolge rund 600 000 Kurse. Nur wer sich da genug Zeit nimmt und vor der Kursbuchung gründlich informiert, kommt auf seine Kosten. Zunächst sollte der Weiterbildungsinteressierte sein Ziel klären. Was will er in Zukunft beruflich erreichen, und welche Kenntnisse und Fähigkeiten fehlen ihm dazu? Ist eine längere Weiterbildung notwendig? Oder genügt ein eintägiger Kurs? Dann gilt es, den finanziellen und zeitlichen Rahmen abzustecken. Selbst ein kurzer Kurs will gut kalkuliert und mit Kollegen und in der Familie abgesprochen sein.

Vom Präsenzkurs bis zum E-Learning

Präsenzkurse, Fernunterricht, E-Learning – es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Beim E-Learning lernt man am Computer mit elektronischen Kursen, die man entweder per CD-Rom oder übers Internet abruft. Für Geschäftsreisende oder Mütter in der Elternzeit, die sich nicht auf einen Ort oder Termin festlegen können, sind E-Learning oder Fernunterricht flexible Alternativen. Voraussetzung sind hier aber ein ruhiger Arbeitsplatz und bei Lernsoftware und Internetkursen auch die entsprechende technische Ausstattung. Wer positive Erfahrungen mit Gruppenunterricht gemacht hat, ist in einem Präsenzkurs gut aufgehoben.

Tipp: Ein kostenloser Leitfaden der Stiftung Warentest informiert über die Vor- und Nachteile verschiedener Lernformen.

In Datenbanken nach Kursen suchen

Wer weiß, was und wie er lernen will, kann mit der gezielten Suche nach einem Kurs beginnen. Ein Blick in die örtliche Tageszeitung verrät grob, welche Bildungsangebote es in der Region gibt. Sie sind meist in der Nähe der Stellenanzeigen platziert. Eine nahezu vollständige Auswahl an Kursen in ganz Deutschland bieten Weiterbildungsdatenbanken. Wichtige Orientierung bei der Kurswahl geben auch Beratungsstellen, die in ihrem Leitbild verankert haben, dass sie neutral beraten – selbst wenn sie eigene Kurse anbieten. Dazu gehören die Industrie- und Handelskammern, die Handwerkskammern und die Volkshochschulen. Beratungen sind auch bei Arbeitsagenturen und kommunalen Beratungsstellen möglich.

Tipp: Die Stiftung Warentest hat untersucht, wie gut diese neutralen Stellen in puncto Weiterbildung beraten. Der Test Weiterbildungsberatung dokumentiert die Ergebnisse.

Beim Anbieter Details nachfragen

Wichtig ist es, anschließend Kursangebote verschiedener Bildungsinstitute ins Auge zu fassen und sich Informationen entweder zusenden zu lassen oder diese auf der Homepage der Bildungsträger selbst zu recherchieren. Anschließend lohnt sich ein Vergleich der Inhalte, Gruppengröße, Lehrmethoden und Preise. Nächster Schritt wäre ein Beratungsgespräch beim Anbieter selbst, vor allem, wenn es um längere Kurse geht. Der Interessierte sollte unter anderem erfragen, welche Qualifikation die Lehrkräfte haben und ob das Kurskonzept Zeit für Übungen lässt. Vor Ort lohnt sich auch ein Blick in die Unterrichtsräume.

Bei der Anmeldung legt der Anbieter in der Regel die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) vor, also seine Vertragsbedingungen. Diese sollte man im Hinblick auf mögliche unwirksame Klauseln genau lesen.

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