Schlüssel­dienste Meldung

Die Verbraucherzentrale Berlin hat Beschwerden zu Schlüssel­diensten ausgewertet. Neun von zehn Rechnungen erwiesen sich bei der Prüfung als über­höht. test.de erklärt, wie Verbraucher erkennen können, ob der verlangte Preis angemessen ist.

Zum Teil drastisch über­höhte Rechnungen

Ein Wind­stoß. Rums! Die Tür ist zu und der Schlüssel drin. Ein teures Miss­geschick, denn Schlüssel­notdienste kassieren oft horrende Summen. Bis zu 800 Euro sollten in von der Verbraucherzentrale Berlin ausgewerteten Beschwerdefällen bezahlt werden. Neun von zehn Rechnungen erwiesen sich bei der Prüfung als über­höht. Häufig führen die Notdienste unnötige Arbeiten durch. Vorsicht ist zum Beispiel beim Austausch des Schließ­zylinders geboten. Das ist nur selten erforderlich. In mehr als der Hälfte der ausgewerteten Beschwerden wurde aber ein neuer Zylinder einge­setzt. Schon vor zehn Jahren, beim letzten Schlüsselnotdienst-Test der Stiftung Warentest, gab es ähnliche Klagen.

Tipp: Was Sie bei der Suche nach einem Schlüssel­dienst beachten sollten und wie Sie bei einer über­höhten Rechnung vorgehen, erfahren Sie unter Gewusst wie: Einen seriösen Schlüsseldienst finden.

Faire Preise für Verbraucher schwer zu ermitteln

Den angemessenen Preis zu ermitteln, ist für Verbraucher schwierig. Die Recht­sprechung geht bei einer gewöhnlichen Türöffnung von 100 Euro aus. Die schriftliche Preis­erhebung der Verbraucherzentrale ergab für Berlin einen regulären Durch­schnitts­preis von 75 Euro, die Spanne bewegte sich zwischen 50 und 125 Euro. Am Telefon verweigerten viele Dienste die Auskunft. Der Bundes­verband Metall empfiehlt für eine gewöhnliche Türöffnung an Werk­tagen zur üblichen Geschäfts­zeit einen Preis von 80 Euro. Für Türöffnungen bei Nacht oder an Feier­tagen kann ein entsprechender Zuschlag verlangt werden. „Ein Schlüssel­dienst, der zu üblichen Geschäfts­zeiten mehr als 160 Euro für eine einfache Türöffnung verlangt, handelt wucherisch“, sagt Bernd Ruschinzik, Rechts­berater bei der Verbraucherzentrale Berlin.

Muster­schreiben der Verbraucherzentrale

Wer eine über­höhte Rechnung bezahlen musste, kann mithilfe eines Muster­briefs der Verbraucherzentrale zu viel bezahltes Geld zurück­fordern. Auf der Website der Verbraucherzentrale Berlin findet sich darüber hinaus eine Über­sicht von Gerichts­urteilen zur Höhe der Vergütung von Schlüssel­diensten.

Lieber vorbeugen als später bezahlen müssen

Hinterlegen Sie einen Schlüssel bei Nach­barn, Freunden oder Verwandten, gegebenenfalls auch versiegelt. Schlüssel­notdienste bieten diesen Service mitunter ebenfalls an, freilich nicht ganz billig.

Tipp: Wenn Sie einen Schlüssel­dienst brauchen, sollten Sie ein Unternehmen in Ihrer Nähe anrufen. Fragen Sie nach den Kosten. Tags­über sollte es bei einer einfachen Türöffnung nicht teurer als 100 Euro sein. Wird die Preis­auskunft verweigert, sollten Sie andere Firmen anrufen. Über­regionale Anbieter mit groß­formatigen Anzeigen in Branchen­verzeich­nissen sind laut Verbraucherzentrale meist teuer und arbeiten häufig miserabel.

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