Schlittschuhe Test

Schlittschuhlaufen macht Spaß, trainiert die Muskulatur und fördert die Koordination. Unter den 16 geprüften Schlittschuhmodellen machte ein Graf das Rennen.

Bei annähernd konstanten Eis- und Lufttemperaturen drehten unsere Testläufer auf der präparierten Eisfläche eines süddeutschen Eissportzentrums Runde um Runde. Das Team für die umfangreichen Fahrversuche bestand aus Frauen und Männern, die sich im Alter (19 bis 53 Jahre), im Gewicht und Fahrkönnen (Gelegenheitsläufer bis zu sehr guten, erfahrenen Eisläufern) unterschieden. Jeder Läufer erprobte Gleiten, Beschleunigen, Bremsen und Slalomfahren um die aufgestellten Pylone mit jedem der Schlittschuhe im Test – fünf Paar Eishockey- und elf Paar Allround-Freizeitschlittschuhe, die zwischen 50 und 130 Euro kosten. Mit 26 und 30 Euro noch preiswerter waren die im Herbst 2006 kurzzeitig bei den Discountern Aldi und Lidl angebotenen Schlittschuhe, die wir ebenfalls geprüft haben. Zwischen Damen- und Herrenmodellen wird bei Schlittschuhen meist nicht unterschieden. Die selten angebotenen Damenmodelle weichen oft nur durch die verfügbaren Größen und Farben ab.

Wenig Halt im Head

Schlittschuhe Test

Auf der Eisbahn: Nach jedem Fahrversuch protokollierten die Testläufer die Ergebnisse.

Nach jedem Fahrversuch protokollierten die Testläufer die Ergebnisse in detaillierten Fragebögen. Sie beurteilten außerdem, wie sich die Schuhe an- und ausziehen und schnüren lassen. Der optimale Sitz sichert festen Halt im Schuh und dennoch ausreichenden Tragekomfort. Negativ fiel hier der Head auf. Die Testläufer fanden bei ihm weniger Halt als bei den anderen Modellen. Seine Note für den Halt im Schuh heißt „ausreichend“.

Gerade Anfänger neigen dazu, die Schuhe zu fest zu schnüren, worunter die Durchblutung der Füße leiden kann. Wer beim Eislaufen trotz Bewegung kalte Zehen bekommt, hat wahrscheinlich nicht zu dünne Socken an, sondern die Schnürsenkel zu stramm gezogen.

Allround oder Eishockey?

Schlittschuhe Test

In den Test bezogen wir zwei Produktgruppen ein, die sich beide an Freizeitläufer richten: Eishockey- und Allroundschlittschuhe. Der Schaftrand der Allrounder ist weicher gepolstert und im Bereich der Achillessehne abgesenkt. Bei den dünn gepolsterten Eishockeyschlittschuhen ist der Schaft dagegen hinten verlängert, was dem Fuß einen festeren Halt im Schuh gibt und auch eine etwas stärkere Vorlage des Eisläufers bewirkt. Das kommt Anfängern entgegen, die häufig zu aufrecht stehen, die Knie durchdrücken und das Gewicht auf die Fersen verlagern. Stürze nach hinten können dann die Folge sein.

Die Eishockeystiefel werden durch neun bis elf Ösenpaare geschnürt, während es beim Allrounder nur vier bis fünf sind. Hier kommen jedoch Schnallen- oder Klettverschlüsse hinzu, die die Eishockeymodelle nicht haben. Eishockeyschlittschuhe sorgfältig zu schnüren, ist zwar etwas zeitaufwendiger als bei den Allroundern, der Sitz am Fuß dafür jedoch meist besser. Beim CCM-Eishockeystiefel erwies sich jedoch die Zunge als weniger komfortabel. Sie ist sehr breit und kann beim Schnüren Falten werfen. Der Rebel Express wird in Doppelgrößen angeboten, sodass ein perfekter Sitz bei ihm nicht immer erreicht wird. In allen Schuhen sollten die Socken faltenfrei sitzen und höher als bis zum Schaftrand reichen.

Der Hohlschliff der Kufe ist wichtig

Schlittschuhe Test

Feinschliff: Schlittschuhkufen brauchen einen Hohlschliff, der etwa einmal pro Jahr nachgeschärft werden muss.

Alle Modelle im Test, auch die Allrounder, verfügen über Eishockeykufen. Die etwa drei Millimeter dicken Stahlkufen haben also vorn keine Zacken wie bei Eiskunstlauf-Schlittschuhen. Wichtig ist der Hohlschliff der Kufe. Außer dem Graf t'blade werden jedoch alle getesteten Eishockeymodelle ohne Schliff verkauft. Bei den Allroundern fehlt er nur bei Roces und Nike Recreational. Beim Nike-Schuh ist ein entsprechender Warnhinweis nur in Englisch und Französisch angebracht. Doch Vorsicht: Eislaufen mit ungeschliffenen Kufen ist gefährlich, weil es sehr leicht zum Sturz kommt.

Tipp: Falls die Kufen noch nicht fertig geschliffen sind, sollte der Erstschliff beim Kauf im Preis enthalten sein. Um die Gleiteigenschaften der Kufen zu erhalten, ist je nach Beanspruchung etwa einmal im Jahr ein Nachschliff zweckmäßig. In Sportgeschäften, an Eisbahnen oder beim Messerschleifer wird das für etwa sechs bis zwölf Euro erledigt.

Die Kufe des Testsiegers Graf Super 103 t'blade besteht nicht aus Stahl, sondern aus Kunststoff mit einer dünnen Metallauflage an der Lauffläche. Sie kann nicht nachgeschliffen werden, soll aber viermal so lange scharf bleiben. Ersatzkufen für etwa 14 Euro können mit dem beigefügten Werkzeug ausgetauscht werden.

Kuriose Gebrauchsanleitungen

Schlittschuhe Test

Die Kufe des Graf t'blade kann nicht nachgeschliffen, aber ausgetauscht werden.

Einziger Schwachpunkt des Graf t'blade Super 103 ist seine Gebrauchsanleitung. Sie enthält nur Hinweise zum Kufenwechsel. Acht Produkte haben aber gar keine Gebrauchsanleitung. Die übrigen geben nützliche Hinweise zur sicheren Benutzung, zur Pflege und Aufbewahrung.

Einige schießen jedoch etwas übers Ziel hinaus: „Nicht als Schlagwerkzeug verwenden“ und „Kufenschoner darf nicht mitgeschliffen werden“, warnt zum Beispiel Rebel. „Zum Anhalten beide Füße auf dem Eis stehen lassen und ausgleiten“, empfehlen Aldi und Hudora. „Zum Bremsen Zacken benutzen“, wird in der Anleitung des Head geraten.

So kaufen Sie richtig

  • Da der Fuß im Laufe des Tages anschwillt, sollten Sie die Schlittschuhe besser am Nachmittag anprobieren, um nicht zu kleine Schuhe zu erwischen.
  • Die Schuhe sollten mit einer normalen Sportsocke optimal passen. Zu große Schlittschuhe mit dicken Socken „auszustopfen“, ist keine gute Lösung. Wenn die Schäfte dann auch noch weich gepolstert sind, wird man keinen festen Halt in den Schlittschuhen finden.
  • Das Futter und die Innenpolsterung dürfen keine störenden Nähte oder Unebenheiten aufweisen, die beim Eislaufen leicht Druckstellen verursachen. Auch ein Blick unter die Schuhsohle lohnt sich:
  • Die Kufenhalter müssen so mit den Sohlen vernietet sein, dass die Kufen exakt gerade ausgerichtet sind.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1389 Nutzer finden das hilfreich.