Schließ­fach Test

Was kostet es, Schmuck, Gold und wichtige Dokumente in einem Bank­schließ­fach vor Verlust und Beschädigung zu schützen? Die Stiftung Warentest hat die Konditionen von 36 Banken getestet – und erst­mals auch die von zwei Anbietern banken­unabhängiger Schließ­fächer. Der Test zeigt: Bei Preis und Versicherungs­schutz gibt es große Unterschiede. Die Miet­preise für unseren Modell­fall reichen von rund 40 bis 364 Euro im Jahr. Oft bieten die Banken nur ihren eigenen Kunden ein Schließ­fach an.

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TestSchließ­fach18.06.2018
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Aufschläge für Nicht­kunden

Viele Banken schließen einzelne Filialen. Dadurch wird das Angebot an Bank­schließ­fächern immer kleiner. Häufig bieten die Geldhäuser ihre Schließ­fächer zudem bloß für eigene Kunden an oder verlangen von Nicht­kunden Aufschläge. Die Nach­frage nach einem sicheren Abla­geort für den Erbschmuck von Oma, das Familien­stamm­buch oder wichtige Dokumente ist aber weiterhin hoch. Die Auslastungs­quote lag bei den Banken in unserem Test zwischen 44 und 95 Prozent.

Das bietet der Schließ­fach-Test der Stiftung Warentest

Miet­preise. Unsere Tabelle zeigt die Miet­preise für Schließ­fächer bei 36 regionalen und über­regionalen Banken. Erst­mals haben wir uns auch die Konditionen zweier Anbieter von banken­unabhängigen Schließ­fächern angeschaut. Unser Modell­fall ist ein Stahlfach, in das ein breiter Akten­ordner passt. Neben dem Preis für unser Modell­fach nennen wir für jeden Anbieter die Preise des kleinsten und des größten Schließ­faches. Außerdem zeigt unsere Tabelle, welche Banken nur an eigene Kunden vermieten und welche Aufpreise einzelne Banken von Nicht­kunden nehmen.

Versicherungs­schutz. Wir führen auf, bis zu welcher Höhe die Schließ­fächer versichert sind. Die Tabelle zeigt, wie viel eine Erhöhung der Versicherungs­summe gegebenenfalls kostet. Zudem erklären wir, welchen Schutz eine Hausrat­versicherung bietet.

Heft-Artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus Finanztest 07/2018.

Große Preis­unterschiede bei Bank­schließ­fächern

Mehr als die Hälfte verweigert die Auskunft. Für den Test hat die Stiftung Warentest die Konditionen von 90 Banken und sechs alternativen Anbietern abge­fragt. 36 Geldhäuser und zwei Anbieter von banken­unabhängigen Schließ­fächern haben uns ihre Konditionen mitgeteilt. 51 Anbieter haben uns keine Auskunft zu ihren Schließ­fächern gegeben, 7 Banken haben uns informiert, dass sie keine Schließ­fächer anbieten. Dazu gehören die Post­bank und die Targo­bank.

Ein Akten­ordner muss reinpassen. Da Banken oft verschieden große Schließ­fächer anbieten, haben wir, um die Angebote vergleichen zu können, jeweils den Preis für ein Fach abge­fragt, in das ein breiter Akten­ordner passt (Breite: 29 cm/ Höhe: 8 cm/ Tiefe: 32 cm). Die güns­tigste Bank verlangte dafür 40 Euro Jahres­miete, die teuersten Institute stolze 200 Euro. Bei den alternativen Anbietern lag die Miete sogar noch höher.

Auf den Versicherungs­schutz achten

Wer ein Schließ­fach mietet, sollte nicht nur auf den Preis, sondern auch auf den im Miet­preis enthaltenen Versicherungs­schutz achten. Warum das wichtig ist, verdeutlicht ein Beispiel aus Nieder­sachsen: Durch ein Hoch­wasser wurde im Juli 2017 der Tresorraum einer Filiale der Sparkasse Hildesheim-Goslar-Peine geflutet und der Inhalt vieler Schließ­fächer zerstört. Die meisten Kunden bekamen den Schaden nicht ersetzt. Der Grund: In der Miete fürs Bank­schließ­fach war kein Versicherungs­schutz für Elementarschäden enthalten.

Zehn Banken bieten gar keinen Versicherungs­schutz an

Dass dies kein Ausnahme­fall ist, zeigt unser Schließ­fach-Test. Bei zehn Kredit­instituten ist im Miet­preis gar kein Versicherungs­schutz inklusive. Bei anderen Geldhäusern ist die Versicherungs­summe gering und beträgt weniger als 10 000 Euro. In unserer Tabelle führen wir daher genau auf, wie hoch der enthaltene Versicherungs­schutz bei den verschiedenen Banken ist. Außerdem erklären wir, wie Schließ­fach­kunden einen zusätzlichen Versicherungs­schutz abschließen können und worauf sie im Klein­gedruckten der Versicherungs­bedingungen achten sollten.

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