Wer nach einem Auffahrunfall unter einem Schleudertrauma (HWS-Syndrom) leidet, hat nun vor Gericht bessere Chancen, Schmerzensgeldansprüche durchzusetzen.

Bislang konnte sich die Gegenseite ­ in der Regel die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers ­ im Prozess meist mit einem Gutachten aus der Affäre ziehen, in dem das Vorliegen einer Verletzung bestritten wird. Tatsächlich kann ein Schleudertrauma nicht durch Röntgenaufnahmen oder ähnliche Verfahren eindeutig belegt werden. Viele Experten und Gerichte gehen davon aus, dass eine solche Verletzung nur bei Aufprallgeschwindigkeiten über 10 km/h möglich ist.

Nun hat das Oberlandesgericht Bamberg jedoch geurteilt, dass Gutachten im Prozess unerheblich seien, wenn zuvor ein Arzt bereits die Diagnose "HWS-Trauma" gestellt und eine entsprechende Behandlung durchgeführt habe (Az. 5 U 195/99). Der Verletzte, der mit Tempo 7 km/h gerammt worden war, erhielt ein Schmerzensgeld in Höhe von 2000 Mark zugesprochen.

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