Schlemmerfilets Test

Fischfilets aus der Tiefkühltruhe sind praktisch und preiswert. Eine 200-Gramm-Portion gibts ab 65 Cent. Nach 40 Minuten im Backofen steht das Schlemmerfilet fertig auf dem Tisch. Geschmacklich ist der vorgewürzte Fisch kein großer Fang. Im Test: 17 Schlemmerfilets. Nur fünf sind gut. test.de sagt welche.

Fantasie schreibt Geschichte

Eine dicke Scheibe Fischfilet mit einer Haube aus Semmelbröseln, Kräutern, Gewürzen und Fett: Schlemmer-Filet à la Bordelaise. Iglo hat dieses Fertiggericht 1969 erfunden. Schon im Jahr der Mondlandung landete der Marktführer sein Schlemmerfilet in deutschen Tiefkühltruhen. Das Rezept ist Fantasie. Ein französisches Original gibt es nicht. Der Name „à la Bordelaise“ knüpft nur an die französische Esskultur an, sagt Iglo. Und hat Erfolg damit – bis heute. Die Konkurrenz ist mit an Bord: Aldi, Norma, Penny, Rewe und Co. verkaufen eigene Schlemmerfilets unter dem Fantasienamen Bordelaise.

Nur fünf Schlemmerfilets sind gut

Von französischer Haute Cuisine sind die Fertiggerichte allerdings weit entfernt. 17 tiefgefrorene Produkte hat die Stiftung Warentest getestet. Nur fünf sind gut. Neben dem Original von Iglo sind das die Schlemmerfilets von Bofrost, Kaufland K-Classic, Rewe Salto und Aldi Süd Almare Seafood. Sie überzeugen vor allem durch guten Fisch. Die Qualität ist recht einheitlich. Nur bei Iglo schwankt sie leicht: Von erste Wahl bis etwas trocken. Insgesamt sind die Schlemmerfilets von Iglo aber gut. Noch etwas besser sind die Schlemmerfilets von Kaufland K-Classic und Bofrost. Bofrost liefert den Fisch übrigens bis ins Haus. Preis: zwei Euro pro Portion.

Von fehlerfrei bis fischig

Für viele andere Schlemmerfilets gilt: Die Qualität schwankt enorm. Mal ist der Fisch ohne Fehler, dann aber wieder trocken oder leer im Geschmack. Den Fischexperten der Stiftung Warentest entgeht keine Nuance. Sie sind darauf trainiert, so genannte sensorische Fehler zu erkennen. Fünf Experten prüften Aussehen, Geruch, Geschmack und Konsistenz. Acht Produkte ernteten deutliche Kritik: von leicht alt, trocken oder strohig bis alt, tranig oder sogar fischig. Merke: Guter Fisch darf nicht fischig schmecken. Dass die meisten Schlemmerfilets insgesamt noch befriedigend sind, liegt daran, dass die Tester neben den fehlerhaften auch fehlerfreie Packungen fanden.

Viele Stücke statt ein Filet

Verdorben waren die Schlemmerfilets mit Geschmacksfehlern aber nicht. Die Lebensmittelchemiker analysierten sie auf Keime: Alle untersuchten Proben sind ok. Das ist kein Wunder, denn die Fische werden gleich nach dem Fang noch auf dem Trawler verarbeitet und tiefgefroren. Was als Schlemmerfilet in der Aluschale landet, ist kein einzelnes Fischfilet, sondern eine dicke Scheibe aus einem tiefgefrorenen Fischblock. Jede Scheibe besteht aus mehreren Stückchen. Bis zu 25 Fischstücke können das sein – je nach Sägeprogramm des Anbieters.

Wenig Fisch, viel Fett

In puncto Schadstoffe sind die Schlemmerfilets ein guter Fang. Sie sind praktisch unbelastet: Kein Kadmium, kein Blei und nur Spuren von Quecksilber. Fisch ist gesund. Das macht die Schlemmerfilets zu guten Fertiggerichten. Ernährungsphysiologisch fast ohne Tadel – aber auch ohne Prädikat. Der verwendete Fisch – Alaska-Seelachs, Seelachs oder Seehecht - ist recht mager, aber auch nicht reich an gesunden Omega-3-Fettsäuren. Die sind eher in Lachs, Hering und Makrele enthalten. Die Würzauflage der meisten Schlemmerfilets bringt dagegen wieder Fett auf den Teller. Eine 200-Gramm-Portion Schlemmerfilet - etwa 50 Gramm Auflage und 150 Gramm Fisch - hat rund 220 bis 390 Kilokalorien. Im Schnitt etwa 280. Dazu kommen noch Beilage, Salat und Getränk. Frauen übertreffen damit schnell die empfohlene Marke von 500 Kilokalorien für eine Hauptmahlzeit.
Fazit: Schlemmerfilets sind ein gutes Fertiggericht für ab und zu, aber kein vollwertiger Ersatz für frischen Fisch.

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