Das chinesische Schlankheitsmittel „Shubao - slimming Capsules“ enthält den gesundheitsschädigenden Wirkstoff Nitroso-Fenfluramin. Dieser verursacht möglicherweise akutes Leberversagen. Ähnliche gefährliche und nicht deklarierte Inhaltsstoffe können in weit mehr chinesischen Schlankheitspillen stecken, als bisher bekannt war. Das vermutet die britische Gesundheitsbehörde.

Liste der Pillen

Die Kapseln vertreiben Händler vor allen Dingen über das Internet. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen veröffentlichte nun eine Liste von Präparaten, vor denen die britische Gesundheitsbehörde warnt.

  • Chaso
  • Keep Fit Lin
  • Ma zin Dol
  • Onshido
  • QIAN ER
  • Quing Zi Su
  • Qian Er
  • SB Slimming Capsules
  • Shuaojiafejiaolang
  • Slim 10
  • Xian Zi Su Jian Fei Jiao
  • Xin Xue Kang Jiao Naing
  • Yuzhitang Jian Fei Jiao Nang

Schon häufiger wiesen deutsche Verbraucherzentralen vereinzelt darauf hin, dass die Einnahme chinesischer Schlankheitspillen lebensgefährlich ist. Eine ausführliche Liste gab es allerdings noch nicht. Bei der Einnahme dieser Schlankheitsmittel treten möglicherweise schwere Nebenwirkungen auf wie zum Beispiel akutes Leberversagen. In Asien erkrankten bereits 160 Menschen. Fünf starben.

Unerlaubter Wirkstoff

Die Gefahr, die von dem Appetitzügler-Wirkstoff Fenfluramin ausgeht, ist schon länger bekannt. Er wurde 1997 wegen möglicher schwerer Nebenwirkungen, wie etwa Herzklappenerkrankungen und Lungenhochdruck, in Deutschland vom Markt genommen. Wer das Mittel eingenommen hat, kann schon nach kurzer Zeit krank werden und sterben. Deshalb sollten Betroffene sofort einen Arzt aufsuchen und sich beraten lassen.

Gefälschte Arznei

Ähnliche Gefahren gehen von gefälschten Arzneimitteln aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) registrierte zwischen 1982 und 1999 mehr als 770 Fälle von Arzneimittelfälschung weltweit. Die meisten davon in Afrika und Asien. Besonders beliebt bei Fälschern: Antibiotika. Aber auch Lifestylemedikamente wie Viagra und eben Schlankheitspillen.

Vorsicht bei Internet-Pillen

Gefälschte Arnzeimittel gelangen ebenso wie die vermeintlichen Schlankmacher auch über das Internet an die Verbraucher. Stiftung Warentest hat in der Vergangenheit des Öfteren vor online angebotenen Präparaten gewarnt, bei denen die Patienteninformation und Arzneimittelsicherheit nicht gewährleistet sind. Innerhalb der EU ist das Bestellen von Markenware im Internet risikolos. Viele Pillen und Tinkturen, etwa aus Asien, enthalten bedenkliche Inhaltsstoffe wie beispielsweise stark wirksame Kortikoide oder synthetische Östrogene. Auch bei diesen Produkten können die Nebenwirkungen lebensgefährlich sein.

Tipp: Ausführliche Informationen der Stiftung Warentest zu einzelnen Medikamenten finden Verbraucher online auf den Seiten von Medikamente-im-Test.de.

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