Schlankheitsmittel: Krank statt schlank

Statt dauerhaft das Gewicht zu reduzieren, gefährden viele Schlankheitsmittel aus dem Internet die Gesundheit der Benutzer. Das zeigt die Untersuchung von test. Fatal: Viele Menschen, die abnehmen wollen, setzen große Hoffnung auf diese Mittel. Im Rahmen der Untersuchung führte test auch eine Online-Umfrage durch. Ergebnis: Von den etwa 3 000 Teilnehmern hatten 14 Prozent bereits Mittel mit gefährlichen oder riskanten Inhaltsstoffen wie die im Test ausprobiert. Viele berichteten von erheblichen Nebenwirkungen. Andere Teilnehmer der Umfrage erwogen die Einnahme solcher Mittel bereits. test.de gibt einen Überblick über die Ergebnisse der Umfrage zu Schlankheitsmitteln sowie Tipps, wie Betroffene dauerhaft ihr Gewicht reduzieren können.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Schlankheitsmittel.

Test Schlankheitsmittel aus dem Internet

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Die Stiftung Warentest untersuchte 16 Schlankheitsmittel aus dem Internet. Ergebnis: 13 Mittel enthalten riskante Inhaltsstoffe, die die Gesundheit stark gefährden. Dazu zählen etwa Appetitzügler wie Sibutramin und das früher als Potenzmittel eingesetzte Yohimbin. Einige der Mittel enthielten auch Ephedrin. Dieser Stoff hat eine aufputschende Wirkung und kann süchtig machen. Daher ist er in Deutschland verschreibungspflichtig. Nutzer wissen aber oft gar nicht, welche gefährlichen Stoffe die Mittel aus dem Internet enthalten. Denn oft ist die Deklaration der Inhaltsstoffe falsch, oder sie fehlt ganz. Für die Stiftung Warentest steht damit fest: Zur Gewichtsabnahme sind die getesteten Mittel nicht empfehlenswert.

Rege Teilnahme

Im Rahmen der Untersuchung zu Schlankheitsmitteln führte test auch eine anonyme Befragung durch. Weil es kaum Daten über die Nutzung solcher Mittel gibt, wollte die Stiftung wissen, welche Erfahrungen Betroffene mit Schlankheitspillen und -pulvern aus dem Internet gemacht haben. Insgesamt beteiligten sich 5828 Besucher von test.de. 3031 davon konnten ausgewertet werden. Der überwiegende Teil der Befragten waren Frauen, nur ein Viertel Männer. Mehr als die Hälfte der Befragten war zwischen 30 und 50 Jahre alt. Allerdings mussten die Tester rund 600 Teilnehmer der Befragung von der Auswertung ausschließen. Grund: Hierbei handelte es sich offenbar um Werber für Herbalife-Produkten. Das Unternehmen vertreibt pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetik.

Viele nutzen Schlankheitsmittel

Um abzunehmen sind Schlankheitsmittel sehr beliebt. Mehr als jeder Zweite der Befragten gab an, schon einmal solche Mittel benutzt zu haben. Ganz oben auf der Liste stehen dabei Fatburner, gefolgt von Appetitzüglern, Quell- und Entwässerungsmitteln sowie Abführmitteln. Rund 23 Prozent der Befragten spielten ernsthaft mit dem Gedanken, entsprechende Mittel einzunehmen. Die meisten Nutzer holen sich ihre Schlankheitsmittel in Apotheken und Drogerien. Kaum verwunderlich: Diese Produkte sind gut zugänglich und erreichen durch Fernseh- und Zeitschriftenwerbung einen hohen Bekanntheitsgrad. Doch auch Mittel aus dem Internet gewinnen zunehmend an Bedeutung. Rund 14 Prozent der Befragten gaben an, bereits Schlankheitspillen- und Pülverchen aus dem Internet eingenommen zu haben.

Mittel aus dem Test

Darunter waren auch Mittel aus dem aktuellen Test: Hoodia, Ephedra Supercaps und Stacker 2. Bei beiden ist die Gesundheitsgefährdung hoch. Nutzer können nach Einnahme der Mittel unter Schlaflosigkeit leiden, Herzrasen und innere Unruhe bekommen. In Deutschland sind diese Mittel nicht zugelassen. Aber auch das zeigte der Test: Keine der bestellten Proben wurde vom Zoll zurückgehalten.

Verdauungsbeschwerden und Magenschmerzen

Auch Teilnehmer der Umfrage machten Erfahrungen mit unerwünschten Nebenwirkungen. Das war bei fast einem Viertel der Befragten, die Schlankheitsmittel einnahmen, der Fall. Wer Mittel aus dem Internet einnahm, bestätigte die Testergebnisse: Herzrasen, Unruhe, Schweißausbrüche, Niedergeschlagenheit, aber auch Zittern und Kreislaufprobleme gehörten hier zu den Nebenwirkungen. Viele Nutzer fühlten sich durch diese Wirkungen so sehr beeinträchtigt, dass sie die Mittel absetzten. Fatal: Die Hälfte der Mittelnutzer gab an, von den Nebenwirkungen nichts gewusst zu haben. Etwa ein Drittel nahm die Nebenwirkungen aber in Kauf: Diese Nutzer wussten von möglichen Beschwerden, nahmen die Mittel aber trotzdem ein.

Jojo-Effekt

Während der Einnahme von Schlankheitsmitteln verloren nur etwa ein Drittel der Mittelnutzer zwischen einem und fünf Kilogramm an Gewicht, andere zwischen sechs und zehn Kilogramm. Doch bei einem weiteren Drittel der Nutzer zeigten die eingenommenen Schlankheitsmittel keinerlei Wirkung. Die Gewichtsreduktion war hier gleich Null. Und drei Prozent nahmen sogar zu. Von Dauer war die erhoffte Wirkung der Schlankheitsmittel nicht. Fast die Hälfte der Personen, die überhaupt mit Hilfe von Pillen und Pülverchen abnahm, legte kurze Zeit nach Absetzen der Mittel wieder zu.

Fazit: Ohne eine dauerhafte Umstellung der Lebensgewohnheiten, mehr Sport und einer gesünderen Ernährung können die Pfunde nur kurzfristig purzeln. Wunder sollte sich also niemand von Schlankheitspillen erwarten. Sie bergen zudem oft erhebliche Nebenwirkungen, die die Gesundheit nachhaltig schädigen können.

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