Schlankheitsdiäten Meldung

Fettaugen zählen war gestern. Jetzt werden Brot und Nudeln kritisch beäugt. Was tun, wenn man schlank werden will und dabei gesund bleiben möchte?

Glyx heißt die Zauberformel neuer Diät-Bestseller. Hinter dem griffigen Kürzel stecken gewichtige Erkenntnisse. Viele Wissenschaftler behaupten: Nicht Fett oder Fleisch, sondern vor allem zu viele falsche Kohlenhydrate machen dick. Und so feiert die 30 Jahre alte, fett- und eiweißreiche Atkins-Diät ein Comeback. Die moderne Low-Carb-Variante (wenig Kohlenhydrate), die South-Beach-Diät aus Florida, ist auch diesseits des Atlantiks ein Renner. In Internetforen schwärmen Schlankheitsbe­flissene über die Logi-Diät. Diverse andere Ratgeber für Glyx-Diäten füllen die Buchläden.

Das Low-Carb-Prinzip

Gemeinsames Merkmal der neuen Diäten: Anhand ihrer Wirkung auf den Blutzuckerspiegel werden Kohlenhydrate eingeteilt in solche, die dem Körper gut tun und solche, die schlecht für ihn sind. Entscheidend hierfür ist der Glyx, genauer gesagt: der Glykämische Index. Er gibt an, wie schnell und wie hoch der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr eines Lebensmittels ansteigt und wie heftig die Insulinreaktion ist. Bislang hieß es, nur Zucker und Süßes seien ernährungsphysiologisch ungünstig, weil sie schnell ins Blut „schießen“, Stärke aus Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln dagegen sei günstig, weil sie langsam ins Blut „tropfe“ und nur wenig Insulin herausfordere. Doch Untersuchungen zeigen: Auch Stärkereiches kann schnell ins Blut gehen und viel Insulin anlocken. Insulin gilt als „Dickma­cher“, das Hormon macht hungrig und för­dert die Fetteinlagerung.

Das Eiweiß-Fett-Prinzip

Alle Low-Carb- oder Glyxdiäten setzen auf Eiweiß, auf reichlich mageres Fleisch, Fisch, Geflügel, Hülsenfrüchte, Eier, Milch­­produkte. Von allen Nährstoffen sättigt Eiweiß am besten. Zudem regt es den Körper am stärksten zur Wärmebildung an, sodass ein Teil der aufgenommenen Eiweißkalorien „ungenutzt“ abgestrahlt wird. Deswegen gilt es als Fatburner (Fettverbrenner) und alle neuen Diäten empfehlen, mehr eiweißreiche Lebensmittel zu verzehren. Eiweiß hilft, dass auch während einer Diät nicht zu viele Muskeln abgebaut werden. Studien zeigen zudem: Viele Blutwerte – Cholesterin, Triglyzeride – verbesserten sich, wenn die Eiweißzufuhr angehoben wurde. Wichtig bei eiweißreicher Kost: Viel trinken, weil der Wasserverlust hoch sein kann.

Die eigentliche Diätrevolution ist jedoch die Liberalisierung der Fettzufuhr. Deshalb, weil Fette oft lebenswichtige Nährstoffe wie Omega-3-Fettsäuren enthalten. Und auch Fette sättigen gut. Sie lösen im Verdauungstrakt die Ausschüttung eines speziellen Hormons CCK (Cholezystokinin) aus, das dem Gehirn Sättigung signalisiert.

Satt, schlank, gesund

Dank Eiweiß und Fett ist bei den neuen Diäten eine anhaltende Sättigung garantiert. Und das ist gut, denn wer hungert, denkt ständig ans Essen und gefährdet schon damit den Diäterfolg. Doch auch Kohlenhydrate sind für die Sättigung wichtig. Ein radikaler Verzicht führt zu Heißhungerattacken auf Süßes und ist deshalb kontraproduktiv. Vielleicht macht er sogar depressiv. Denn Kohlenhydrate sind unter anderem wichtig für den Aufbau des Botenstoffs Serotonin, der für die gute Laune verantwortlich ist. Am günstigsten sind Kohlenhydrate aus Obst und Gemüse. Die sind voluminös, füllen den Magen und vermitteln dem Gehirn die Botschaft des Sattseins. Und sie enthalten wenig Kalorien.

Apropos Kalorien: Ob Low-Fat- oder Low-Carb-Diät – entscheidend ist, dass unter dem Strich weniger Kalorien verzehrt werden, als der Körper verbraucht. Nur so lässt sich letztlich Gewicht abbauen. Eine „Diät für alle“ gibt es jedoch nicht, die Menschen sind zu verschieden. Der eine verzichtet lieber auf Fett, andere kommen mit einer Kohlenhydrat-Beschränkung besser zurecht.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2150 Nutzer finden das hilfreich.