Schlagbohrmaschinen und Akku-Bohrschrauber Test

Stapelweise locken billige Bohrma­schinen und Akku-Bohrschrauber in Baumärkten zum Kauf. Vorsicht: Mehr als jedes zweite Gerät im Test ist „mangelhaft“.

Wer Billigwerkzeug kauft, spart an der falschen Stelle. Im schlimmsten Fall riskiert er alles: Bei drei getesteten Bohrschraubern von Basic, Bonus und Budget besteht Brandgefahr. Ihre Akkus und Ladegeräte können bei einem Kurzschluss in Flammen aufgehen. Als die Prüfer versuchsweise Kunststoffteile der Bohrschrauber mit einem heißen Draht berührten, fingen die Geräte Feuer. Das darf nicht passieren, verlangt auch die Norm EN 60335. Das Urteil lautet daher: „mangelhaft“.

Ebenfalls mit „mangelhaft“ haben wir Kunststoffe der Schlagbohrmaschinen CMI und Basic bewertet. Bei der chemi­schen Analyse des Griffmaterials fanden sich erhöhte Konzentrationen von gesundheitsschädlichen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Diese Schadstoffe können durch die Haut in den Körper dringen. Deshalb sollte man solche Geräte sicherheitshalber besser gar nicht kaufen.

Schlagbohrer-Schwächlinge

Schlagbohrmaschinen und Akku-Bohrschrauber Test

Schwächlinge: Längst nicht jede Schraube ließ sich im Test wunschgemäß in den Untergrund versenken.

Eine Schlagbohrmaschine soll eigentlich besonders kraftvoll bohren – indem sie den Bohrer nicht nur dreht, sondern auch rhythmisch voran„schlägt“. Doch im Test erwiesen sich drei von fünf Schlagbohrmaschinen als so schwächlich, dass unsere Prüfer „nicht brauchbar“ vermerkten.

Die Bohrmaschinen drehen auch Schrauben ein. Das Resultat der Schraubversuche ist aber kläglich: Je größer die Schrauben, desto unbefriedigender die Leistung. Bei den von uns getesteten billigen 1-Gang-Bohrmaschinen harmonieren Geschwindigkeit und Drehmoment oft schlecht. Das trübt die Arbeitsfreude.

Tipp: Achten Sie beim Kauf einer höherwertigen Schlagbohrmaschine auf zwei me­chanische Getriebestufen, leichtgängige Drehzahlregelung mit Schalter zum Gasgeben, zweiten Handgriff, Automatik für schnellen Bohrerwechsel und ein mindestens drei Meter langes Kabel.

Akku-Schrauber ohne Saft und Kraft

Selbst mit vollem Akku schwächeln die billigen Akku-Bohrschrauber oft beim Bohren und Schrauben. Erschwerend kommt hinzu, dass die Akkus nur eine relativ geringe Kapazität haben. Bei Meister Basic waren es statt versprochener 1,0 Amperestunden tatsächlich nur wenig mehr als ein Drittel.

Bis die Akkus wieder voll einsatzbereit sind, vergehen mindestens drei Stunden Ladezeit, bei Meister Basic und Bonus sogar fünf bis sieben. Mitunter sind Akku und Ladegerät schlecht abgestimmt. Manchmal ist das Ladegerät sogar zu schwach, um den Akku überhaupt voll aufladen zu können.

Die Bohrschrauber von Bonus, Budget und Meister Basic arbeiten mit Nickel-Kadmium-Akkus. Das ist der technische Stand von vorgestern. Das Schwermetall Kadmium gefährdet bei falscher Entsorgung die Umwelt. Zudem entladen sich diese Akkus viel schneller als moderne Energiespeicher.

Tipp: Gute Akku-Bohrschrauber sollten einen wechselbaren Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von mindestens 1,5 Amperestunden haben sowie ein Ladegerät, das den leeren Akku in einer Stunde wieder volltankt. Empfehlenswert sind Geräte mit einem zweiten Gang fürs schnelle Bohren.

Auf Dauer Schrott

Schlagbohrmaschinen und Akku-Bohrschrauber Test

Totalschaden: Im Zuge der Dauerprüfung zerbrach das Getriebe der Schlagbohrmaschine von Basic.

Totalschaden: Im Zuge der Dauerprüfung zerbrach das Getriebe der Schlagbohrmaschine von Basic.

Bei den Schlagbohrmaschinen zeigten die Dauerprüfungen Mängel beim Material oder bei der Verarbeitung. Verschlissene Kohlebürsten bei CMI, Ergotools Pattfield und Basic haben zur Folge, dass sich die Kohlen verklemmen. Es kommt zu Lichtbögen, kleinen Blitzen, die das Gerät schrottreif machen können. Beim Schlagwerkdauerlauf kapitulierte der Basic auf halber Strecke – sein Getriebe brach (siehe Foto).

Tipp: Bewahren Sie unbedingt den Kassenbon auf. Tritt ein solcher Schaden innerhalb der zweijährigen Gewährleistungsfrist auf, erhalten Sie ein neues Gerät oder sogar das Geld zurück.

Lange, aber gemächlich

Die Akku-Bohrschrauber hatten mit der Dauerprüfung keine Probleme. Alle überstanden auch dank ihrer eher gemächlichen Arbeitsweise die Prüfzyklen, die in der Praxis einer etwa zehnjährigen Nutzung entsprechen würden. Doch richtig freuen kann sich der Heimwerker darüber kaum. Die hohe Lebenserwartung sorgt in vielen Fällen nur für Dauerfrust – über die miserable Arbeitsleistung des Billiggeräts.

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